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"Ab in die Gummizelle mit ihm!"

Der West-Berliner Taxifahrer Herbert Böckmann (Dieter Hallervorden) hat seinen letzten Arbeitstag vor seiner Auswanderung nach Australien, wo er nur noch Schafe züchten möchte. An diesem Tag jedoch wird er unfreiwillig zum Chauffeur einer Leiche und gerät dadurch zwischen die Fronten des KGB und CIA. Er gibt sich als Agent der jeweils anderen Seite aus und versucht beide Seiten gegeneinander auszuspielen. Als ihn die Polizei verfolgt und fasst, glaubt ihm keiner seiner Erlebnisse. Daher kommt er in eine Nervenklinik. Die dortige Assistenzärztin Anna (Catherine Alric) nimmt sich ihm aber wohlwollend an und fördert sein geknicktes Selbstvertrauen.

"Der Schnüffler" parodiert gängige Agententhriller mit den typischen, schnoddrigen Sprachwitzen sowie Slapstickeinlagen Dieter Hallervorden's ("Sein letztes Rennen", "Didi - Der Doppelgänger"). In der ersten Hälfte ist dies noch witzig und unterhaltsam, gegen Ende verliert die Komödie aber an parodistischem Schwung.

Die Geschichte ist einfach gehalten und so konstruiert, dass sich möglichst viele Möglichkeiten für situative Komik ergeben. So bewegt sich der Protagonist schnell zwischen den drei verschiedenen Fraktionen hin und her, die an sich austauschbar sind. Ab und an gesellen sich Actionszenen dazu, die aber weit entfernt von dem Niveau amerikanischer Filme ist. Eine nette Dreingabe ist aber die Moral um das Selbstbewusstsein

Mit seinem Humor liegt "Der Schnüffler" nicht immer richtig. Das meiste an überspitzter Slapstick und Situationskomik fuktioniert, jedoch ist so mancher Klamauk nicht immer lustig. Alberne Dialoge ziehen die Komödie eher in die Länge. Ebenso die trashige Aufmachung. Die musikalische Untermalung dazu ist recht experimentell.

Natürlich ist Dieter Hallervorden das Zugpferd des Films und auch einer der Gründe, dass die Komödie überwiegend funktioniert. Sein variantenreiches Schaupiel ist sehr amüsant und führt immer wieder zu Gelächter. Abseits von ihm finden sich solide Darsteller, die öfters mit Hallervorden zusammen arbeiten.

"Der Schnüffler" fehlt es mit fortschreitender Laufzeit an ernsthaften Gags. Auch die Actionszenen, die bei einer Agentenparodie natürlich nicht fehlen dürfen, sind eher holprig als zweckmäßig. Auf der anderen Seite bietet die Komödie einen sehr guten Hauptdarsteller, der die erste Hälfte mit spaßiger Slapstick überzeugen kann. Andere Filme mit Dieter Hallervorden können aber mehr.

6 / 10

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