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Didi ist genial, und somit seine Filme für seine Fans ein Hochgenuß - doch am allergenialsten ist natürlich, wenn der deutsche Slapstickkönig gleich 7fach über die Mattscheibe flimmert. In "Didi und die Rache der Enterbten" spielt Didi die Hauptfigur Dieter Dödel, vom Namen her könnte es nicht passender sein - was auch erklärt, warum der Spitzname "Didi" und auch der volle Name Dieter Dödel anschließend Kult wurde.

Onkel Gustav ist nicht mehr so ganz taufrisch und so war es eine Frage der Zeit, bis er verstarb. Als Hinterlassenschaft bleiben 30 Millionen Mark (ja, die gabs damals noch), die sein Vermögensverwalter, Rechtsanwalt und Notar Prätorius verwaltet. Bei der Testamentseröffnung sind fünf Verwandte anwesend, doch der sechste fehlt: Didi. In notorischen Geldnöten ist er damit beschäftigt, Rechnungen, Zahlungserinnerungen und Mahnbescheide zu sortieren und zu entsorgen, da bleibt natürlich keine Zeit um einen Brief von Rechtsanwalt und Notar Prätorius auch noch zu beachten. Und somit fehlt er und ahnt nichts von seinem Glück.

Das ist anfänglich auch besser so, denn die fünf Verwandten wurden testamentarisch nicht bedacht. Onkel Gustav hinterlässt alles seinem Neffen Didi, da er ihn als einziger nie angepumpt hat. Daß dies nur nie passierte, weil Didi die Adresse nicht hatte, spielt ja im nachhinein betrachtet keine Rolle mehr. Umso mehr spielt es eine Rolle, daß die fünf Hinterbliebenen sich so gänzlich ohne Kohle nicht abfinden wollen und Didi nach dem Leben trachten.

Ein herrlicher Spaß beginnt mit zahlreichen Kultszenen, angefangen von typisch didieskem "höhöhöhöhö"-Gelache über sein planloses "öhmömömömömmm"-Gestottere bis zur Mimik, bei der einfach alles zu spät ist ("Hühnchen vielleicht? Oder ne Bullette?"). Lacher sind garantiert! "Die Rache der Enterbten" ist zweifellos der lustigste und beste Didi-Film.

Die schrägen Figuren tun natürlich ihr übriges hinzu. Da hätten wir Mafiosi Emilio und sein dauermüdes Erschiessungskommando Alfredo, Restaurantkritiker und Berufsfettwanst Titus, der zerstreute Professor Albert Böllemann, Hausschrat Florentine ("Rüdiger, du bringst mich noch ins Grab") oder Kongo-Otto ("Versager"). Dies alles gespielt von Hallervorden - eine gewaltige Leistung, die in geballter Didikompression die Lachmuskeln aufs Äusserste strapaziert.

Aber auch die anderen Nebenrollen sind ein Hit, allen voran natürlich Tatort-Kommissar Christoph Hofrichter als Parodie auf sich selbst (Langenhagen, Azubi bei Kommissar Becker), der sich lieber mit seiner Eitelkeit beschäftigt als mit Mordaufklärung ("Ja Papi, und grüß mir Mutti"). Gert Haucke als Vermieter hat einen leider viel zu kurzen Auftritt, der dafür umso unterhaltsamer ist. Wolfgang Kieling als zunächst sympathischer Notar kann selbstverständlich routiniert seine Fähigkeiten einsetzen, wirkt aber in dieser Komödie doch unterfordert.

Egal wie - wer Didi liebt muss diesen Film sehen und wird ihn ebenso lieben und zur Nummer Eins aller Didi-Vergnügen krönen.

(9/10)

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