Auf Wiedersehen
Unsere Eltern, unser Vater, das Erbe und die DNA die wir tragen,
immer bei uns, nie ganz fort, deswegen sollten wir auch in dunklen Momenten nicht verzagen.
Selten wurde Trennung und Wiedersehen derart visualisiert,
hypnotisiert und verliebt man auf die Leinwand stiert.
Ohne Worte, doch man fühlt unheimlich mit,
ist diese Radtour ein unheimlich schöner Trip.
Ein Meisterwerk unter den animierten Kurzfilmen der letzten 20 Jahre,
sehr oft werde ich wohl noch daran denken, erst recht wenn ich fahrradfahre.
Mehr als nur Warm-Up für seine rote Schildkröte,
vor lauter Ehrfurcht und Berührtheit ich fast schon erröte.
Wie ist es loszulassen, die Vorbilder und Väter,
im Ungewissen, sie wiederzusehen, ein ganzes Stück später.
Eine Reise, ein Sattel, ein Leben, wo jeder muss durch doch allein,
ist es immerhin ein gutes Gefühl, zusammen mit solcher Kunst und Kreativität auf der Welt zu sein.
Ohne große Reden, große Gesten, persönlich und intim,
wir werden’s erst wirklich wissen, erreichen wir unser ganz eigenes Fin.
Das erinnert an Scherenschnitt und kindliche Träume,
sicher ist, dass ich in Zukunft kein Werk, ob kurz oder lang, von diesem Künstler versäume.
Kein Wunder, dass da auch das Studio Ghibli hellhörig wurde,
denn das wirkt universell, diese Gefühle versteht jeder, egal ob Chinese oder Kurde.
Sensibel und nur was für die feinfühligeren Seher,
danach ist man der inneren Ruhe und vielleicht sogar dem Sinn ein Stückchen näher.
Eher Gedicht oder Haiku als klassischer Film,
gelingt hier Magisches, ganz ruhig und im Still'n.
Fazit: stumm und dennoch enorm kraftvoll - „Father & Daughter“ ist ein emotionales Feuerwerk. Und braucht dafür kein einziges Wort und noch nichtmal allzu große Gesten. Eine eindringliche, universelle Perle und einer der animierten Kurzfilm-Oscargewinner dieses Jahrtausends, der wirklich Mehrwert besitzt und enorm gut altern wird. Bleibend wertvoll.