Review

Klingt nach Slasher, ist aber eher Comedy.
Comedy, die man besser nicht allein konsumiert, weil sie dann wahrscheinlich nicht wohl bekommen wird, es sei denn, man hat Stimmungsbringer in der Ecke liegen oder einen ausgeprägten Sinn für Troma-Albernheiten. Ist aber nicht von Troma.
Ist jedoch genauso trashig.

Ein Van und ein Campingwagen, ein paar Schulfreunde sind drin, aber meistens außerhalb, wenn sie sich in den verlassenen Wüstengebieten von Arizona ihre Zeit mit Albernheiten und kleinen Philosophien vertreiben. Hin und wieder wird der Ulk durch einen Axt-Killer unterbrochen, der sich über alle hermacht, die ihm über den Weg laufen.

Ich weiß immer noch nicht so recht, was ich von diesem grotesken Genremix halten soll.
Der Slasherfreund wird nicht so richtig bedient, Liebhaber seriöser und anspruchsvoller Komödien garantiert auch nicht.
Vielleicht ist es gerade diese unausgegorene Mischung, die den Streifen ein wenig vom Einheitsbrei abhebt.

Die Figuren hangeln sich von einer Plattheit zur nächsten, es wird viel über Sex geredet, während sämtliche Damen bei jeder Gelegenheit blank ziehen (ist ja auch heiß in Arizona) und zwischendurch sitzt sogar der ein oder andere Gag.

Da gibt es den bärtigen Lyle, der eine schön blöde, aber genial passende Synchro hat und zu jeder Gelegenheit das passende T-Shirt mit entsprechendem Schriftzug trägt (eatin, Party, humblin), man sieht aber nie, dass er sich umzieht.
Dann den dummen Duke, der selten die passenden Worte findet, ständig an der Gitarre zupft und sie passenderweise dann über seinen Kopf hält, wenn ein anderer mit einem Gewehr senkrecht in die Luft ballert, damit die Hülse mit einem lustigen Geräusch zwischen den Saiten landet.
Ferner den scheinbaren Helden, der offenbar alles für seine Liebste tut, was sich im Finale plötzlich umkehrt und zwei Typen im Anzug, die ständig Leichen im Sand vergraben, von denen der eine fast gar nicht spricht und der andere endlose Monologe von sich gibt, beispielsweise über das Design von Flaschen und ihren Verschlüssen.

Eine bunte Gruppe von Figuren, die dank der abgefahrenen Dialogregie nicht wirklich oberflächlich erscheint, auch wenn viele ihrer Ergüsse keinen Sinn ergeben, aber über weite Teile ist das unterhaltsam. Man erhält sogar den Eindruck, die Figuren spielen sich selbst, insofern sind die Darsteller sogar recht brauchbar.

Schließlich gibt es neben den humorigen Sequenzen ja noch den Silo-Killer, der mit einer Art Weihnachtsmann-Maske als Zausel-Schrat getarnt und der Axt in der Hand seelenruhig seine Opfer verfolgt und sie schließlich mit seiner einzigen Waffe erlegt.
Im Mittelteil verschwindet er ganz, dafür hat er gegen Ende etwas mehr zu tun.
Angsteinflössend ist der Typ nicht, allzu viel gesplattert wird auch nicht.
Die meisten Morde geschehen im Off, es spritzt ein wenig Blut, lediglich ein Gliedmaßen abhacken ist zu sehen, was fx-technisch in Ordnung geht.
Das Finale mit (natürlich) zwei Überlebenden gerät ziemlich kurz und unspektakulär, danach geht die Geschichte noch ein wenig weiter, die Identität des Killers wird aufgelöst und das fügt sich lückenlos in die Grundstimmung dieses Streifens ein.

Was den positiven Eindruck jedoch gewaltig schmälert, ist der übermäßige Einsatz an Gelbfiltern, der dazu führt, dass zu wenig Kontrast im Bild ist und das Geschehen oft nur verschwommen und konturlos abläuft. Offenbar hat der Regisseur alles abgedreht, ohne mal sein Material zu prüfen, dann hätte er feststellen müssen, dass man unter der prallen Sonne eigentlich andere Filter benötigt, - wenn überhaupt.
Dafür ist der Score recht abwechslungsreich, liefert ein paar rockige Songs, Balladen, experimentelle Sounds in spannenderen Momenten und instrumentale, klassische Filmmusik, wenn sich ein Schrecken anbahnt.

Das Ganze ist natürlich allenfalls für betrunkene Konsumenten als anspruchsvoll einzuordnen, die Dialoge sind viele, geschmunzelt werden kann aber trotzdem.
Im Mittelteil nimmt der Blödsinn etwas überhand, etwa wenn zwei Dödel mit kleinen Action-Spielfiguren eine Wunschvorstellung durchspielen.
Schön ist aber, dass der Film sich zu keiner Zeit ernst nimmt und den obligatorischen Redneck-Tankwart gleich Billy Hill nennt.

Manchmal etwas zu plump, meistens aber amüsant.
Die ansonsten nervige Synchro trifft hier genau den Ton der treudoofen Dialoge und ein Killer mischt immerhin auch noch mit.
Für Trashfreunde vielleicht ein kleiner Tipp für Halloween oder die nächste Party zum Abfeiern von Dummheit.
6 von 10

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