Eine süße Hauptdarstellerin, eine visuell sehr an die Masken aus dem Stummfilm-Klassiker „Nosferatu“ angelehnte Vampirgeschichte, ungeklärte Verwandtschaftsverhältnisse, verspielte Filmmusik und eine Handlung, die ich nicht verstanden habe – das ist das tschechische Fantasy-Märchen „Valerie – eine Woche voller Wunder“ von Regisseur Jaromil Jires aus dem Jahre 1970. Zu verstehen gibt es da aber anscheinend auch nicht allzu viel, denn die surrealistische Geschichte, die auf einem tschechischen Klassiker der surrealen Literatur basiert, will einfach die Träume und Halluzinationen eines erstmals menstruierenden Mädchens veranschaulichen. Und, eben: verstehe jemand die Frauen... Aufgrund der schönen und gruseligen Masken, einmal abgesehen von der der Großmutter, die bis auf die ungesunde Gesichtsfarbe nun wirklich nicht sonderlich alt wirkt, und der poetischen Bilder weiß „Valerie“ dennoch zu gefallen; ganz zu schweigen von der frechen, anti-klerikalen Ausrichtung. Wer Lust hat, in eine wundervoll atmosphärische Traumwelt, die Erinnerungen an osteuropäische Märchen-Verfilmungen weckt, einzutauchen, oder aber einfach mal wieder Lust auf etwas Ungewöhnliches verspürt, dem sei die gute Valerie ans Herz gelegt. Wer eine Geschichte mit logischem Aufbau, klassischer Dramaturgie und Pointe erzählt bekommen möchte, sollte aber entweder seine Erwartungshaltung ad acta legen oder sich anderweitig umsehen.