Also schön, ich habs doch getan - nach acht oder neun (oder gefühlten 27) Teilen von "Freitag der 13." noch den vierten Teil hinterher geschmissen, viel schlimmer konnte es ja eigentlich nicht mehr werden.
Irgendwo in der hintersten Ecke des Verstands glomm ja noch ein letztes Fünkchen Hoffnung, daß der vierte, ebenfalls lange in Deutschland beschlagnahmte Teil sich Qualitäten rühmen konnte, die ihn über die biederste Slasher-Mittelklasse erheben würden.
Immerhin war "The Final Chapter" ja mal als letzter Teil angedacht gewesen (oder man gab das zumindest dreist vor) und da unsere aller Jason ja irgendwann mal offiziell ins Gras beißen mußte, um ebenso offiziell als untoter Killer wiederaufzuerstehen, hofft man praktisch auf einen Meilenstein der mäßigen Unterhaltung.
Die 3D-Welle war 1984 bereits wieder Geschichte, insofern galt es, den Plot erneut aufzuwärmen.
Wer sich noch erinnern mag: am Ende von Teil 3 kopierten wir das Ende von Teil 1 (gähn, schnorch...) und Jason lag irgendwo in der Scheune mit einer Axt im Bregen. Da Frontallappen aber extrem belastbar sind, ahnen wir schon, daß der Abtransport ins nächste Leichenhaus wieder mal nur ein Pausensnack ist und so kömmt es dann auch unausweichlich: Leichenhallenverwalter macht Nurse an und die ziert sich erst erfolgreich robust und läßt sich dann doch an die Wäsche gehen, Konsequenz war eben noch nie Merkmal dieser Serie.
Zwei Morde später ist unser Jung wieder auf dem Weg an die Waterkant und da führen wir nun also die neuen Opfer ein, diesmal zweigeteilt in sechs Urlaubsvögler plus zwei lokale Zwillings-Uschen und eine vaterlose Family, bestehend aus Mutti, Tochti und monstermaskenverrücktem Sohnebratz, dargestellt von einem prä-goonieesken Pummel von Corey Feldman, der den Mädels quietschend beim Umziehen zuspannen darf. Ja holla...
Daß es sowas wie die Polizei gibt, die eigentlich nach drei Filmen binnen dreier Minuten als Erstes am Crystal Lake nachschauen sollten, wo ihr flüchtiger Irrer mal wieder so rumslasht, wird einfach mal ausgeblendet, stattdessen konzentriert sich der feuchte Furz von Plot auf die Beziehungscrossover der Hormonhohlbirnen, die alle mal die Zuckerstange verstecken möchten und deswegen Bäumchen-wechsel-dich spielen, sobald die Zwillinge am See ordentlich blank ziehen.
Nachdem man den Tittchenfaktor also früh durchkonjugiert hat, darf man wieder einem kommenden Star beim Dilletieren zuschauen, diesmal ist es Crispin Glover, der ihm darauffolgenden Jahr als Vati von Michael J.Fox in "Zurück in die Zukunft" einen richtigen Karrierestart hinlegen durfte und hier als Softie-Loser mit unmöglicher 80er-Fönfrisur einen wegstecken darf, bis ihm ein Korkenzieher ins Auge fällt...oder sticht...auf jeden Fall gehört der da nicht hin...rein...
Leider leider: das Prädikat "besonders extradämlich" geht in diesem Fall an die Dialoge rund ums Demnächst-Poppen der hiesigen Opferschar, die noch redundanter sind als in den drei Teilen zuvor. Natürlich müssen infolgedessen praktisch alle dran glauben und wie immer hat man dem "final girl" von Anfang an eine rote Laterne um den Hals gehängt, schließlich will die als Einzige nicht in erster Linie vögeln und hat so etwas wie Verantwortungsgefühl gegenüber dem kleinen Brüderlein (dessen Nichtableben aufgrund seiner 10 Lebensjahre ohnehin außer Frage steht). Mit in den Topf kommt noch ein Anhalter/Zelter, der mit Knarre und Machete andeuten darf, daß er immerhin bis zum Showdown durchhält - im übrigen ein rachedurstiger Verwandter einer in anderen Filmen Gemeuchelten, womit wir wieder einen Plot Point haben, den sich Onkel Nispel für sein 2009er-Remake ausgeliehen hat.
Daß aus der ergänzenden Rolle leider nichts gemacht wird, ist so typisch für die Serie wie in jedem anderen Teil.
Joseph Zito tut zwar sein Möglichstes, um aus dem faden Haufen Klischees so etwas wie Spannung und Atmosphäre herauszufiltern, aber mehr als "mäßig bemüht" kann man ihm nicht attestieren, dafür läßt das Skript zu viele Möglichkeiten aus und konzentriert sich dann doch zu sehr auf das Abarbeiten der jungen Leute.
Die Inszenierung von Jason als Ikone fällt übrigens unerfreulich flach aus, denn in den meisten Szenen sieht man maximal seine Hand inclusive Mordwerkzeug (der Film ist in den Gewaltdarstellungen übrigens nicht halb so graphisch wie erwartet), erst gegen Ende hin tritt der Killer mal als Ganzes in Erscheinung wenn es dann gegen das sich vehement wehrende Geschwisterpaar geht.
Gute Kameraarbeit und einige atmosphärische Einstellungen retten zwar nicht den Tag, machen den Film dann aber kurzfristig wieder erträglich, wobei den Hauptanteil der Rettung vor dem Prädikat "öder Standard" in der Schlußpointe liegt, die psychologisch nun wirklich recht bizarr daherkommt, aber gerade deswegen reizvoll ist.
Ansonsten ist aber alles beim Alten, man wünscht den meisten nur einen möglichst brutalen Tod und den gibts ja dann auch.
Wäre also nett gewesen, wenn man es dabei belassen hätte, aber in der offiziellen Reihung schob man dann noch vier Teile nach, die noch mehr an Auszehrung litten als die ersten vier Filmleichen, wobei man dann aber verzweifelt immer wieder was Neues ausprobierte, was aber wegen akuter Halbherzigkeit immer noch schrottiger ausfiel.
Sollte man sich also bei diesen Filmen gepflegt langweilen, dann kann man hier dann endgültig Schluß machen, viermal der gleiche Film an der gleichen Location genügt. (4/10)