Review

Der Hockeyhüne, der einfach nicht sterben wollte


Eigentlich war das 3D-Outing Jasons wirklich als letzter Teil gedacht. Doch der Erfolg trieb den Machern natürlich Dollarzeichen in die Augen und ein paar Ideen in den Kopf. Und ganz nebenbei hatte Jason Vorhees ja auch erst in Part III seine „Prime“ samt ikonischer Maske und körperlicher Stärke erreicht. Warum also „schon“ stoppen? Dann kam also „The Last Chapter“, in dem Jason wieder eine Teenagermeute wegmachetet und es gleichzeitig noch mit einer friedlichen benachbarten Familie zu tun bekommt - samt einem kleinen Jungen, der wohl sein hartnäckigster Gegner der gesamten Reihe werden sollte…

Natürlich war auch „Part IV“ nicht das finale Kapitel für unseren schweigsamen und stoischen Wald-und-Wiesen-Schnetzler, eher eine höchst konsequente und kompetente Zwischenabrechnung, die Kleinigkeiten neu macht und addiert, alle drei vorangegangen Teile top zusammenfasst und ihre Stärken nochmal umsetzt, steigert und auf den Punkt bringt. Das muss man erstmal schaffen, das macht enorm Spaß. Für mich wohl mit 6, 2 und natürlich dem Original ein Anwärter auf meinen favorisierten „Jason“-Film. Das fetzige Crossover mit Freddy lasse ich mal raus. „Part IV“ hat viele Stärken, die zeigen, dass das Franchise auch nach vier Jahren in Folge noch Dampf im Kessel hatte. Publikum sowie Produzenten kannten die Formel nun in und auswendig, ergänzten hier und da ein paar nicht allzu exotische Zugaben - fertig sind 90 Minuten horny Hack&Slash. Alleinstellungsmerkmale und Highlights: Coreys Erfindungen und Entwicklung; Glovers Bromance und Tanz; Jason wirkt rigoroser und härter als zuvor (bekommt weniger Tritte in die Eier; nicht mehr nur Teens als Opfer; die Zwillinge (!); Jasons spektakulärer Macheten-„Slide“ als vorläufiger Tod; spürbar Joseph Zitos als Slasherexperte („Bloodrage“, „The Prowler“) auf dem Regiestuhl; Kimberly Beck; man spürt die Angst von Feldman vor Jason bzw. seinem Darsteller, der ihn nicht allzu sehr mochte; sehr viele Nackedeis; Tom Savinis Effekte (das erste Mal seit dem Original); damals noch null Einfluss und Konkurrenz von Freddy. 

Fazit: für einen vierten Teil einer solchen „immergleichen“ Reihe erstaunlich unterhaltsam, wirksam und flott. Vor allem durch Glover und Feldman. Und ein paar der erbarmungslosesten Kills der Reihe. Jason in seiner Topform? 

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