Review

Zugegeben mag ich sie ja irgendwo alle. Dennoch ist "Freitag der 13. Teil 4 - Das letzte Kapitel" für mich der letzte Film der Reihe, den man noch bedenkenlos als ernsten Horrorfilm begreifen kann. Danach schlidderte Jason bzw. in Teil 5 Ersatzkiller Roy gnadenlos ins Trashterritorium ab.

Nach Teil 3 wollte man die Reihe wohl als Misserfolg zu Grab tragen und zischte nochmal so richtig auf. Heißt leider auch, dass Tom Savini hier für die Serie sein letztes Feuerwerk abbrennt, das aber dann auch qualitativ besonders hochwertig. So gut, dass die Story zur Nebensache wird.

Und dennoch, weils so schön kurz ist: Jason hat sich nach seiner Scheinermordung im örtlichen Leichenschauhaus totgeglaubt ausgepennt und setzt seinen Amokläufer nahtlos fort. Frischfleisch kommt diesmal in Form einiger dummbatziger Feierteenies samt Zwillingsbesuch von den örtlichen Hillybillymatratzen, der Familie Jarvis nebst Hund und einem Jäger, der mit Jason noch ein Hühnchen zu rufen hat. Na dann Waidmanns Heil, ihr Zwei! Mal sehen, wer als erster aus der Decke geschlagen wird.

Zunächst mal: hier stimmt was nicht! Am Ende von Teil 2 von Ginny weggeaxt setzt Jason seine Mordstour mit frischen Sachen am Folge Tag fort - also technisch Samstag, den 14. -, nach einem erneuten Schein leben vergeht abermals ein Tag - ergo: Sonntag, der 15. 4 Filme und Jason hat bereits zweimal gegen Muttis liebe Tradition verstoßen und damit den dreistetlsten Fall von unlauterer Werbung seit "Die unendliche Geschichte" in die Film Welt gesetzt.

Spaß und geklauten Simpsons-Gag bei Seite, der Film bockt. Und an der Stelle sei gepflegt drauf geschissen, ob man alles bereits irgendwie gesehen, die selbe Charakterschablone zehn Fach recycelt und den Gag mit den Scheintoden des Maskenmannes bereits uberstrapaziert hat, die brackiger Waldatmosphäre im Zusammenspiel mit der abgerissen Partystimmung macht alles wieder wett. Den Leuten da draußen, die nicht müde werden, die (K)Einfalt des Genres abzuwatschen kann man derweil ad nauseam erklären, dass diese als mentale Schonkost zubereiteten Filme nie so heiß gegessen werden wie man sieht kocht. Dagegen anzuschreien ist so, als würde man AC/DC dafür kritisieren, dass sie auf jeder Platze mitgröhlbaren Hardrock statt smoothen Jazz spielen.

Nebenbei bringt Teil 4 mit Jungnerd Tommy etwas Abwechslung ins Spiel: der Knabe wird uns in verschiedenen Lebensphasen und geistigen Verfallsstadien noch bis Teil 6 begleiten. Ich bin kein Riesenfan, weiß aber etwas Abwechslung zu schätzen und im Endeffekt erweist sich diese Idee als weitaus weniger schwachsinnig als das, was ab Teil 7 dann alles vom Boden des Ideenkessels gekratzt wird.

Die Kritiker hört man noch heute bis zum Crystal Lake heulen. Sollen sie, ich hätte meinen Spaß und Jason mit Sicherheit auch: der vierte Teil ist das letzte Aufbäumen des heiligen Ernstes der Reihe vor seinem klaglichen Tod in Teil 5. Zur Erinnerung: Dort sterben Leute wegen eines Schokoriegels! Ein Glück, dass Jason den Teil gepflegt und gnadenvoll verpennen durfte. Wir sehen uns, Alter! 

Details
Ähnliche Filme