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Ein herrschsüchtiger Imperator versucht das Ganze Universum zu erobern und alle Lebewesen zu seinem Glauben zu konvertieren und laut einer Prophezeiung kann er nur durch einen der Furions getötet werden. Vin Diesel spielt den letzten eben dieser Art und wird deshalb verfolgt, bis er schließlich doch noch versucht, seinem Schicksal zu folgen.

Nachdem der düstere Sci-fi-Thriller "Pitch Black", der mir überhaupt nicht gefallen hat, mit der Zeit zu einem Kultfilm avancierte und einen relativ beachtlichen Erfolg feiern konnte, war es nur eine Frage der Zeit, bis man ein Sequel drehen würde und man entschied sich die Dunkelheit des ersten Teils wegzulassen und stattdessen ein bombastisches Effektgewitter loszulassen. Zugegebenermaßen hat mir "Riddick - Chroniken eines Kriegers" damit wesentlich besser gefallen als "Pitch Black", aber auch dieser Sci-fi-Film hat einfach zu viele Makel, um mehr als den, aus dem hohen Schauwert resultierenden mäßigen Unterhaltungswert zu erreichen. Das Hauptproblem liegt dabei natürlich an diesem billigen Vehikel von Story, mit dem man die Action-Szenen nicht einmal im Ansatz sinnstiftend aneinanderreihen kann. Tiefe hat der Film überhaupt keine, wobei das eigentliche Grundthema um Unterdrückung und gewaltsame Bewegung zur Konvertierung sicherlich Spielraum für ein paar gute Ideen gelassen hätte, die Charakterkonstruktion ist ebenfalls schwach und stereotyp und so ist die Hauptfigur leider auch nicht mehr als ein 0815-Anti-Held. Die Wendungen sind der reinste Schwachsinn und darüber hinaus ist der Film im Großen und Ganzen sehr vorhersehbar und auch wenn ich ein großer Fan von solch aufwendigen Sci-fi-Filmen bin, konnte mich der Film allein aufgrund dieser schwachsinnigen und stereotypen Story zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Darüber hinaus fehlen bei den einzelnen Stationen der Story die Zusammenhänge und zu allem Überfluss nerven auch die dämlichen Dialoge.

Wie schon bei "Pitch Black" übernahm David Twohy, der mit "Auf der Flucht" einen zeitlosen Klassiker lieferte und auch mit "Waterworld" und "Die Akte Jane" in Erscheinung treten konnte, auch bei "Riddick" die Regie und leistet alles in allem solide, aber nicht wirklich gute Arbeit. Die Story spult er in einem halbwegs verträglichen Tempo ab und erzeugt nicht allzu viel Leerlauf, setzt aber die schwachen Dialoge und die wenigen im Ansatz emotionalen Momente ganz schwach und unbeholfen in Szene und verhindert so jeden emotionalen Zugang des Zuschauers in den Film. Die Schnitte sind ebenfalls nicht sonderlich überzeugend, womit der Film überaus zerfahren wirkt und darüber hinaus ist das Timing bei den wenigen Gags ebenfalls ganz schwach. Bei diesem action-überfrachteten Machwerk gelingt ihm natürlich kein sonderlich hoher Spannungsbogen und darüber hinaus kann er trotz der ständigen Dunkelheit im Film und des akzeptablen Soundtracks keine Atmosphäre aufbauen und so ist es einzig und allein der Schauwert, der "Riddick" wenigstens mäßig unterhaltsam gestaltet. Die Kulisse ist abwechslungsreich, teilweise monumental und beeindruckend, hier und da dreckig und düster und die Ausstattung ist sehr futuristisch. Die Action-Szenen, die alles in allem vielleicht ein bisschen zu wohlwollend dosiert sind, können sich durchaus sehen lassen. Vielleicht hätte man hier und da noch einmal auf ein paar Nahkampfszenen mehr zurückgreifen sollen, denn irgendwann beginnen die Computereffekte zu nerven, da es einfach zu viele sind. Die wenigen Nahkampf-Szenen sind hervorragend gemacht und kommen mit ein paar guten Zeitlupen klasse zur Geltung, aber auch nur bei den Kampfszenen gelingt es Twohy das Potential seines Hauptdarstellers voll auszuschöpfen. An einigen Stellen sind die Zeitlupen ein bisschen zu hektisch geschnitten, hier und da ist die Perspektive nicht so gut und teilweise wirken die Computertricks unecht und statisch, aber alles in allem liegen die Effekte auf hohem Niveau, können die schwache Story aber auch nicht mehr kaschieren.

Auch wenn Vin Diesel seine Paraderolle des coolen und ironischen Anti-Helden, die er schon in "Pitch Black" spielen durfte, meistert und nach "Extreme Rage", "Triple X" und "The Fast and the furious" wieder zu alter Hochform aufläuft, stellte "Riddick", der in den Kinos floppte" in seiner Karriere einen erheblichen Knick dar, sodass er anschließend überflüssige Rollen wie in "Der Babynator" oder "Find me Guilty" übernehmen musste. Diesel ist dabei wohl der einzige, der nichts für diesen Flop kann, denn er passt mit seinen rabenschwarzen Sprüchen und seiner beeindruckenden Physis hervorragend in die Rolle und leistet auch über die Action-Szenen hinaus hervorragende Arbeit und ist die Coolness in Person. Darüber hinaus ist auch seine Synchronisation einmal mehr sehr gut. Ansonsten ist der Cast zwar solide, aber nicht atemberaubend und keiner der Nebendarsteller kann wirklich brillieren, nicht einmal Jahrhundertdarstellerin und Oscar-Preisträgerin Judi Dench, deren Potential überhaupt nicht ausgeschöpft wird.

Fazit:
Mit einer unterirdischen Handlung, einem niedrigen Spannungsbogen und einem zerfahrenen Erzählstil bleibt "Riddick" leider weit unter den Möglichkeiten, die die starken Spezial-Effekte und der überzeugend spielende Vin Diesel geboten hätten, bietet somit nur mäßige Unterhaltung und nichts außer einem hohen Schauwert.

39%

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