Review

Größer, epischer... schlechter?! 


„Pitch Black“ war ein simpler und effektiver Sci-Fi-Survival-Horrorfilm auf den Spuren von „Alien“ mit dem Bonus eines knochentrockenen und arschtretenden Antihelden. Riddick verhalf nicht nur Vin Diesel zum Durchbruch, sondern war auch sofort ein kultiger Fanfavorit. Ich mag „Pitch Black“. Über den ungleich größeren Nachfolger „Chronicles of Riddick“ kann ich aber leider wenig Positives sagen... Erzählt wird (unnötig kompliziert) von einer gefährlichen Spezies namens Necromonger, die durch die Galaxie streifen und Zivilisationen, Planeten, Spezies unterwerfen. Oder sich mehr oder weniger einverleiben. Doch nun treffen sie mit Riddick auf einen Getriebenen, der sich nicht so einfach und ohne Gegenwehr versklaven lässt...

„Chronicles of Riddick“ hat definitiv Eier und wirkt groß gedacht. Weg vom planetarischen Kammerspiel gegen Nachtmonster, hin zu einem epischen Battle der Rassen, zu adeligen Machtspielchen, zu Armeen, Raumschiffen und Mythen. Das ist sehr viel Worldbuilding auf einmal, ein großer Sprung - doch einigen Sci-Fi-Fans könnte genau das mächtig gefallen. Mir leider nicht. Ohne dessen Stärken wie hübsche Welten, eine bombastische Ausrüstung oder (immer noch) Vin Diesel selbst zu ignorieren, wirkt „Chronicles of Riddick“ auf mich sehr sloppy und wischiwaschi. Oft auch wannabe und sehr unübersichtlich. Egal ob im DC oder in der Kinofassung. Fast so, als ob man sich deutlich verhoben hätte. Nicht nur, was das Verhältnis „Budget - Einspiel“ betrifft. In seinen besten Momenten ist das „Dune“ - in seinen schwächsten Momenten nichtmal „Jupiter Ascending“. Es gibt blasse bis lächerliche Bösewichte, eine Story, die groß aufzieht, einem aber schnell egal ist, Overacting an nahezu jeder Straßenecke und oft ärgerlich hektische Schnitte im Kampfgeschehen. Zudem wird Dame Judi Dench verschenkt, die Verbindungen zum Vorgänger werden komplett vernachlässigt und kein Setting wird wirklich ausgenutzt und zu Ende gespielt. Auf der Leinwand wird viel gesprungen, gespurtet, gekämpft - und sehr viel gegähnt vor ihr. Ein typischer Achselzucker. Bombast ohne Klasse oder Seele. Zumindest bei mir/für mich. „Chronicles of Riddick“ wäre heute vielleicht als Serie realisiert worden - was wahrscheinlich die nötige Ruhe und Übersicht gebracht hätte. Aber so ist das für mich ein fehlgeschlagenes Hirn-Aus-„Epos“, das mich total kalt lässt. Da habe ich schon damals das dazugehörige Videospiel „Escape From Butcher Bay“ deutlich vorgezogen, welches in jeder Beziehung überlegen und gar seiner Zeit voraus war. 

Fazit: „Chronicles of Riddick“ ist „Dune“ für Arme. Böse gesagt. Aber leider die Wahrheit. Ich habe den Charakter Riddick viel lieber in beschränkteren, düstereren Settings und Situationen. Das hier ist leider eher groß gedacht, mau gemacht. Da gucke ich lieber nochmal „Firefly“ und „Serenity“. Oder „Guardians of The Galaxy“. Oder eben „Pitch Black“. Zu wenig Horror, zu wenig Dunkelheit. Zu viel Kitsch, zu viel Füllmaterial, zu wenig Klarheit und Konzept. Für mich kein Reinfall, aber auch absolut kein Franchise-Starter, wie es wohl gedacht war... 

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