Review

Ein unfreiwilliger Vermittler

Ist Steven Spielberg der GoaT? Es gibt genug Gründe dafür. Filme wie „The Terminal“ sprechen allerdings eher dagegen. Denn meisterlich geht anders... Dennoch: die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte eines russischen Einreisenden im New Yorker JFK-Flughafen, der dort auf Grund eines Krieges im Heimatland monatelang fest hängt, ist tolles Feel-Good-Kino, ganz Spielberg und in seinen besten Moment auch richtig stark. Die Kameraarbeit von Kaminski ist wie immer exzellent, Hanks kann alles spielen, ist immer sympathisch und manchmal schimmert Spielbergs Genie durch, immer sein riesiges, fast kindliches Herz. Dagegen ist nichts zu sagen, deswegen mag ich „The Terminal“. Selbst wenn ihm eine gewisse Langatmigkeit und großer Kitsch kaum abgesprochen werden können...

Tom Hanks spielt gut, schiesst aber öfters mal etwas übers Ziel hinaus. Ähnlich gibt es sich mit Spielbergs Regie. Subtil oder stilvoll ist das nicht. Nur in kurzen Augenblicken, wie etwa wenn sich die New Yorker Skyline gegen Ende im Glas des Airports spiegelt. Doch ansonsten ist das sehr „auf die Nase“, sehr fantastisch, sehr unglaubhaft, sehr „gut gemeint, platt gemacht“. Was sich wieder zu negativ anhört. In der richtigen Stimmung macht das Ding Spaß und weh tut es eh keinem. Für einen Flug nach Übersee gibt es sogar vielleicht kaum einen besseren Zeitvertreib. Es bleibt eben nur sehr oberflächlich, fluffig und wird der wahren Geschichte dahinter meiner Meinung nicht ganz gerecht... auf einem hohen, liebenswerten Niveau. Audiovisuell edel und mit einem klasse Score von John Williams!

Fazit: ein schlechter Spielberg ist immer noch ein guter Film? „The Terminal“ unterstützt diese These und ist New Yorker Wohlfühlkino mit Herz, Humor und Geduld. Wenn auch etwas altmodisch, naiv, kitschig. Typisch Spielberg, mit all seinen positiven wie negativen Punkten. Doch eine Legende lässt sich nie ganz lumpen... Über die Kraft der Geduld, des Willens, des amerikanischen Traums und des Erfindungsreichtums. 

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