Nachdem sein Flieger in den Vereinigten Staaten landet, erfährt der Tourist Viktor Narvorski auf dem New Yorker Flughafen JFK, dass in seinem kleinen, osteuropäischen Heimatland Krakosien zwischenzeitlich ein Bürgerkrieg ausgebrochen ist und die Regierung gestürzt wurde... und sein Pass damit ungültig geworden ist und ihm als Staatenloser sowohl die Einreise als auch der Rückflug verwehrt ist. Damit ist er durch das Raster gefallen und darf sich legal nur noch innerhalb des Flughafen-Gebäudes aufhalten, was dem Leiter des Grenzschutzes Frank Dixon zwar ein Dorn im Auge ist, doch geht dieser davon aus, dass Narvorski schnell versuchen wird, sich zu verdrücken, womit er nicht weiter sein Problem wäre und abgeschoben werden könnte. Stattdessen richtet sich Viktor auf dem Flughafen-Areal hauslich ein, verbessert im Laufe der nächsten Monate seine Englisch-Kenntnisse und freundet sich zudem auch mit dem dort beschäftigten Personal und besonders der hübschen Stewardess Amelia an... Die wahre Geschichte von Mehran Karimi Nasseri, der als iranischer Flüchtling 18 Jahre lang in dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle festsaß, hätte es eigentlich eher verdient, als ernsthaftes Drama auf die große Leinwand gebracht zu werden... und nicht nur die Prämisse popeliges Hollywood-Filmchen zu liefern, mit dem Steven Spielberg mal wieder seinem Hang zum hemmungslosen Schmalz-Kino freien Lauf lassen kann. Da das echte Leben gemeinhin aber eher selten zu 'ner guten Story auch noch die Narrative mitliefert, an der man eine Film-Handlung aufhängen kann, musste hier viel mit der Brechstange in die üblichen Erzähl-Schablonen gedrückt werden, wozu dann unter anderem auch gehört, dass die Autoren einen Antagonisten in Form eines bürokratischen Korinthenkackers aus dem Hut zaubern müssen, damit so was wie Konflikte (und damit Drama!) in dem Streifen überhaupt erst in der Lage sind zu entstehen... andernfalls wäre das hier bestimmt 'ne echt trockene Angelegenheit. Spielbergs Inszenierungs-Künste, mit denen er dem Publikum aber auch schon ganz andere Plotten untergejubelt hat, erscheinen einem hier hingegen ein wenig eingerostet zu sein: "Terminal" hat da nämlich schon direkt zu Beginn mal eine der schrecklichsten Expositions-Szenen, die mir je untergekommen ist, wenn Stanley Tucci ellenlang auf Tom Hanks einredet, der ganz offensichtlich kein Wort Englisch versteht, aber auf die Art wenigstens dem Zuschauer schnell und kunstlos alle relevanten Infos eintrichtert. Im Anschluss wird es auch nicht besser: Völlig daneben sind die Versuche, das Ganze nicht nur zu einer, sondern gleich ZWEI halben RomComs werden zu lassen, wenn Hanks da etappenweise nicht nur mit der Stewardess Catherine Zeta Jones anbändelt, sondern zwischendurch auch noch den Stille Post-Verkuppler zwischen Diego Luna und Zoe Saldaña machen darf... die einen Umschnitt später, nachdem sie sich nach viel Hin und Her zum ersten Mal begegnen, auch schon direkt heiraten, während Hanks immer noch auf dem Flughafen rumgammelt. Steven, wen willst du hier eigentlich verarschen?!? Die ursprüngliche Absicht eines Frank Capra-liken Feelgood-Movies ist hier zwar immer noch spürbar, aber Spielberg ist bei der Umsetzung halt leider ein wenig zu hamfisted und in seinen Schlüssel-Momenten immer 'nen entscheidenden Tick zu drüber, während ihm die Zuschauer-Manipulation im selben Rutsch auch sichtlich nicht mehr so leicht von der Hand geht, wie das noch in den 70ern und 80ern der Fall gewesen ist... und so handelt es sich bei "Terminal" unterm Strich auch leider nur um einen seiner seichtesten und unbedeutendsten Filme. Abflug!
4/10