Bei "Arahan" handelt es sich um einen kommerziellen Martial Arts-Streifen, der sich Entertainment und Spass ganz gross auf seine Fahnen geschrieben hat. Der Erfolg im eigenen Land war beachtlich, kein Wunder wenn man "Matrix" und "Spiderman" klont und mit eigenen guten Schauspielern auf die Leinwand bringt.
So kann man also in Slow-Motion die Hauskrakselei und Kampfeskunst unserer Helden bewundern ; alles mit einem rockigen Soundtrack unterlegt und niemals zu banal und lächerlich werdend. Es wechseln komödiantische Einlagen mit wieder ernsthaften Szenen ab und der Film hält eine sehr gute Balance. Hier wurde wirklich nahezu alles richtig gemacht um den Kassenerfolg zu sichern.
Der mit sich und seinem Job unzufriedene Polizist Sang-hwan ( gespielt von Ryu Seung-beom ) tritt leider von einem Fettnäpfchen ins nächste, dazu muss er sich von Gangstern verprügeln lassen anstatt sie einzubuchten. Zu allem Überfluss wird er dann noch am Ende einer Verfolgungsjagd von der schönen aber kühlen Eun-jin ( gespielt von Yoon So-yi ) versehentlich mit einer aus der Hand geschossenen Energieladung ins Land der Träume geschickt. Diese Zufallsbegegnung soll nun sein Leben ganz entscheidend verändern. Da dieser versehentliche Beschuss für Normalsterbliche tödlich gewesen wäre, Sang-hwan diesen aber überlebt, nimmt Eun-jin den bewusstlosen Sang-hwan mit zu der Trainingsstätte der "Sieben Meister". Ihr Vater Ja-woon ( gespielt von Ahn Sung-kee ) holt Sang-hwan wieder zurück ins Reich der Lebendigen und sofort spüren die fünf anwesenden Meister das gewaltige Chi von Sang-hwan. Während die fünf Meister glauben Sang-hwan habe das Zeug zum Maruchi, hält Eun-jin von Anfang an wenig von dem trotteligen Polizisten. Dieser aber stellt sich erst zögerlich, dann aber entschlossen der Herausforderung und die auf dem Weg zum Arachi ( das weibliche Gegenstück zum Maruchi ) befindliche Eun-jin bekommt einen lustig-listigen Partner im Kampf gegen den zeitgleich auftauchenden Bösewicht Heuk-woon ( gespielt von Jung Doo-hong ). Es geht um die Lehre des Tao und um den Schlüssel zur Erleuchtung und den Weg ins Nirvana und überhaupt um die Rolle der Jugend wenn es darum geht die Überlieferungen der "Alten" jetzt zu übernehmen.
Obwohl ich noch nie ein Freund von Martial Arts-Filmen war hat mir "Arahan" recht gut gefallen. Er sieht halt auch sehr westlich aus und klaut im technischen Sinn ganz erheblich bei den oben schon genannten Vorbildern. Dennoch macht er einfach Spass und langweilt zu keiner Minute ; gut die Kampfszenen hätten etwas kürzer und realistischer sein können, doch diese Übertreibungen gehören einfach dazu.
Die Charaktere sind auch schön verteilt, der tollpatschige und stets etwas hilflose Sang-hwan mausert sich im Film vielleicht etwas zu schnell und glatt zum Helden. Die grosse, schlanke und mir etwas zu unterkühlte Eun-jin ändert langsam aber sicher ihre Einstellung ihm gegenüber. Der über allen scheinbar wirklich schwebende Vater Ja-woon ist obwohl er kaum Kampfszenen hat, der Rückhalt und die Bezugsperson des ganzen Films. Der Bösewicht Heuk-woon wird in seiner persönlichen Entwicklung zwar sträflich vernachlässigt ( warum ist er blos so negativ geworden, seine ursprünglichen Absichten waren doch sehr ehrenhaft ) doch wenn er im Finale mit freiem Oberkörper zum Kampf antritt, dann beginnen wohl die weiblichen Fans zu schwelgen.
Alles in allem ein grundsolider Film mit ebenso grundsoliden Schauspielern und erwartungsgemässer Story. Nichts ist wirklich innovativ oder überraschend aber alles reicht vollkommen aus um einen unbeschwerten Kinoabend zu verleben.
Somit gebe ich, obwohl überhaupt kein Fan solcher Filme, auch grundsolide 7 Punkte.