Review

Jetzt bin ich dran, zu unterrichten.

Mit Fortsetzungen (heutzutage die Schaffung und der Aufbau einer IP) wie dem ursprünglich Delta Force II: Spitfire Betitelten, dem America's Red Army: Delta Force II hatte das Cannon Entertainment kein Glück, allgemein nicht, generell nicht, alle Sequels haben teilweise signifikant weniger Geld im Kino eingenommen als ihre Vorgänger, bei erhöhten Budgets; eine Milchmädchenrechnung, die dem Studio letztlich mit das Genick brach, zu teuer geworden die Unterhaltung, auf eigene Kosten. Dabei schien gerade so etwas wie die Delta Force Reihe ein todsicheres 'Ding' zu sein, der Star populär, die Abenteuer groß und weltweit, Nationalstolz und Patriotismus im Kampf gegen den ausländischen Feind angesprochen; was will man mehr; trotzdem zogen die Zuschauer nicht mit oder tauchten erst in den Videotheken auf, dort die Dauerbrenner, dann allerdings ein bisschen spät:

Der Drogenterrorist und Kartellboss Ramón Cota [ Billy Drago ] kontrolliert die Kokainindustrie mit eiserner Hand. Seine Drogen strömen stetig nach Amerika, korrumpieren die Jugend des Landes und führen zu einer Fehde zwischen der DEA und San Carlos, Cotas Herkunftsland. Während eines Karnevals in Rio de Janeiro überwacht eine verdeckte Taskforce unter der Leitung mehrerer DEA-Agenten eine private Party, an der Cota teilnimmt das Überwachungsteam wird jedoch von Cotas Auftragskillern, die sich als Jahrmarktskünstler ausgeben, überfallen und massakriert. Aufgrund des Rio-Fiaskos holt die DEA die Unterstützung der Delta Force der US-Armee, um San Carlos zu infiltrieren; unter Führung von General Taylor [ John P. Ryan ] agieren Scott McCoy [ Chuck Norris ] und sein Stellvertreter, Major Bobby Chavez [ Paul Perri ].

Nicht in Kolumbien, in Brasilien beginnt das Malheur, das Massaker, der Erstling vom Chef noch gedreht, der Zweite vom Bruder des Hauptdarstellers, ein ebenso fähiger Mann, speziell in dem Metier, in der Präsentation der Actionszenen, mit das Verkaufsargument, damals wie heute, zumindest für die entsprechende Klientel. Eine Verhaftung wurde geplant, Grünes Licht ist gegeben, eine Exekution findet stattdessen statt, der Wagen der Observierung durchlöchert und zersiebt, ein Todestaumel, ein Kugelballett, blutige Leichen bleiben über, ein grauenhafter Anblick. Kurz nur wähnte sich die Freude der Agenten über den proklamierten Fang, lang bleibt der Verlust, es muss ein neuer, frischer Mann ran, und seine Truppe, ein Auftrag wird erteilt, zuvor 'privat' sich ein paar Halunken vorgeknöpft, im Chinarestaurant, drei Skinheads verprügelt, mit jeweils einem Hieb oder Kick, ein Motivationsseminar, kein richtiger Kampf gezeigt, kein Widerstand möglich. Nach dem Protagonisten kommt wieder der Antagonist, mit menschenverachtender Diktatur, mit Folter und Missachtung und Misshandlung anderer Menschen, mit Vergewaltigung und Kindesmord, eine Antwort darauf muss geschehen, dafür ist der Norris da, er wird instruiert.

Bis es soweit ist, bis zum Endkampf und der Vernichtung der Colombian Connection vergeht noch einiges an Zeit, sie wird gefüllt mit weiteren Bösewichten, mit einem Maulwurf in der Verbrecherclique und umgekehrt, es werden die besten Männer heranbeordert. Eine Operation Stranglehold wird gestartet, Informationen gestreut und eine Verhaftung vorgenommen, eine Passagiermaschine zur Hilfestellung, eine Erinnerung an den Erstling, ein Skyjacking hier, der Film könnte damit zu Ende sein, auf dem kurzen Dienstweg quasi, er geht noch 90 Minuten, “Klasse! Er macht es immer spannend!“ In anderthalb Stunden folgen noch Rache und Reaktionäres, es folgt ein Alleingang und ein Spektakel, ein tödlicher Besuch im Trauten Heim, die Demokratie und Rechtsprechung zeigt ihre Schwächen, ein traumatisierter Partner, eine kurze Rede ins Gewissen. International spielt man hier, weltumspannend, man gibt es zumindest vor, eine größere Anlage, auch eine größere Produktion, mit tatsächlicher Handlung, mit Aufbau und Vorbereitung, mit Brutalität und diversen Auseinandersetzungen und Hinrichtungen, mit einer Verzögerungstaktik, mit etwas Politik aus der Bananenrepublik, Norris spielt erst wirklich im zweiten Drittel mit.

Nach einer Demonstration seiner Fähigkeiten, eine muskelbepackte Kampfsportzelebrierung wird endlich los- und aufmarschiert, die Autorisierung kommt vom roten Telefon persönlich, selbst der POTUS gibt sein Okay zum Go, es langt jetzt mit dem Zaudern und dem Zögern, so toll sind die darstellerischen Leistungen nun auch wieder nicht, man ist nicht zum Palavern hier. Das Dschungelabenteuer ab der Hälfte der Laufzeit hätte auch eine Mission von Colonel Braddock sein können, das zweite Standbein der Karriere, auch da mit Fortsetzungen gesegnet, zuweilen das gleiche Drehteam, eine eingespielte Mannschaft hinter der Kamera, viel vorgenommen hier. Eine senkrechte Steilwand will erklommen werden, eine uneinnehmbare Festung eingenommen, ein Kartell dem Garaus gemacht, dem Drogenbaron und seinen militärischen Hilfswerk der Krieg erklärt, dazwischen ein diplomatisches Geschachere, die Delta Force übrigens namenlos und auch die Gesichter und Figuren egal, eine No Name Truppe, wenigstens bekommen man einen Rundflug mit dem Hubschrauber und später auch Beschuss aus dem Fluggerät spendiert. Ein Kleinkriegsfilm (gedreht in den Philippinen, im Bergresort Tagaytay, südlich von Manila) dann, mit Großalarm mitsamt Maschinengewehrfeuer und Explosionen, nun sieht man auch, wohin das Geld geflossen ist, wird mit Zeitzündern und Sprengstoff gearbeitet, mit Infiltrieren und Ausradieren, gebrochene Nasen verteilt und etwas Kleinholz gemacht, ein Zweikampf im fliederseidenen Schlafzimmer, ausgestattet mit viel Mummenschanz und hölzernen Marionetten, einschlagende Raketen zerstören die schöne Einrichtung hier. Viel Radau im Finale zumindest, leinwandfüllende Glut und Hitze, dazu eine mehrteilige Autojagd über die Bergstraße, eine persönliche Revolution gleich, ein Inferno mit Pulverdampf und Feuerwerk.








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