Review

Vom Plastikskelett zur Botschaft aus dem Jenseits!

Was schon einmal funktioniert hat, kann ja nicht ganz schlecht sein – also verwenden wir es wieder!
„Charlie Chans Secret“ mit dem Séancenthema war ein Höhepunkt der Reihe, warum also den Spiritismus nicht noch einmal in den Mittelpunkt rücken? Aber da Monogram das Ruder übernommen hatte, fiel natürlich auch der Griff aus der Geisterwelt ein wenig weniger eindrucksvoll aus.
„Black Magic“ ist der dritte Monogram-Film mit Chan und der erste, bei dem man das Gefühl hat, dass man anfing, den rechten Tritt zu finden. Natürlich bleiben die Budget-Restriktionen dieses Poverty-Row-Studios weiterhin deutlich sichtbar (Monogram sollte noch bis 1953/54 auf Serials und kostengünstige Produktionen setzen, ehe man mehr Prestige anstrebte und später zu „Allied Artists“ wurde), aber immerhin bemühte man sich bei „Meeting at Midnight“ (der Titel „Black Magic“ wurde wegen Verwechslungsgefahr mit einem Orson-Welles-Film nachträglich geändert) um ein wenig mehr Abwechslung.

Es gibt also wieder eine Séance, es gibt wieder einen Toten und es gibt ein Geheimnis aus der Vergangenheit. Dazu kommen noch hypnotische, drogeninduzierte Trance, die, in einem seltenen Fall wirklicher Gefahr, auch bei der Titelfigur zur Anwendung kommt. Wenn Chan im Begriff ist, sich tatsächlich von einem Haus zu stürzen, ist tatsächlich mal etwas Dramatik am Start.

Erfreulich ist auch der wiederholte Versuch, mit einer Chan-Tochter namens Frances (die Darstellerin hieß kurioserweise wirklich Frances Chan), für Abwechslung zu sorgen, denn die junge Frau stellt sich nicht halb so ungeschickt an wie der sonst leider hauptsächlich nutzlose Sohn Nummer 3, zu dem die Serie dann leider wieder zurückkehrte, weil er besser zu Mantan Morelands „Birmingham Brown“ passte. Brown ist hier erstmals bei Chan aktiv engagiert worden, angeblich als Butler, ging dann aber meistens als Chauffeur und zweiter Assistent durch.

Nicht ganz so überzeugend ist die akustische Führung unter Hypnose durch den Übeltäter, die doch ein wenig weit hergeholt erscheint. Auch die Nebenfiguren sind einen Hauch interessanter als in den ersten beiden Filmen nach der Pause, wenn auch das Fehlen einigermaßen respektabler Gaststars nach wie vor ein Ärgernis darstellte, denn man ist versucht, die Figuren sofort wieder zu vergessen.
Auch die Séance-Tricks sind eine Nummer sparsamer ausgefallen, aber wenigstens ist der Look nicht ganz so amateurhaft wie in der „Chinese Cat“.
Schade ist auch, dass die Aphorismen Chans immer weniger werden, er dafür aber mehr normalen Dialog zur Verfügung bekommt, was auch daran liegt, dass Fong und Moreland weniger zur Klärung der Fälle beitragen, als vielmehr Löcher füllen.
Alles in allem aber eine freundliche 5,5/10.

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