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Die Ägäis, irgendwann im zweiten Weltkrieg. Eine griechische Insel, auf der 3000 britische Soldaten ihrem sicheren Tod entgegen sehen. Davor eine Meerenge, und diese Meerenge wird bewacht von zwei gigantischen, radargesteuerten Kanonen, die mit absoluter Sicherheit jedes Schiff versenken, das den Soldaten zu Hilfe kommen könnte. Major Mallory bekommt den Auftrag, mit einem Spezialkommando die Kanonen zu zerstören.

Den Roman Die Kanonen von Navarone von Alistair McLean habe ich zweimal gelesen, so spannend ist der. Lange bevor bei McLean die alleskönnenden und dauertrinkenden Superhelden das Ruder übernahmen, sind hier Kriegsromantik und dreckiger Realismus perfekt miteinander vereint. Der Film, 2 Jahre nach dem Erscheinen des Buchs gedreht, hält sich ausgesprochen eng an die Vorlage. So eng, dass ich manchen meiner Vorstellungen beim Lesen plötzlich als Filmbild gegenüber saß. Diese Werktreue, eine gewisse Gigantomanie beim Drehen (67 Stunden Rohmaterial wurden aufgenommen, die Produktionskosten waren mit 6 Mio. Dollar dreimal so hoch wie ursprünglich angesetzt) und ein erstklassiger Cast, das ergibt in Summe hochspannende, dramatische  und stringent erzählte Unterhaltung. Keine Blutbäder, keine ausgiebigen Brutalitäten (wenn der SS-Scharfführer Major Franklin foltert reicht es, dass er ihm den Pistolenknauf sanft auf das brandige Bein legt), kein Leerlauf, erstklassige Spezialeffekte, welche die gute Geschichte unterstützen, … Einfach ein guter Film. Nur Gregory Peck kommt mir persönlich ein wenig zu glatt rüber, da hätte ich lieber Richard Burton gesehen. Oder den ursprünglich vorgesehenen William Holden. Aber das ist Meckern auf ganz hohem Niveau …

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