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"Wenn du einem Schraubenschlüssel ausweichen kannst, dann kannst du auch einem Ball ausweichen."

White Goodmann (zum kaputtlachen: Ben Stiller) leitet das Fitness-Center Globo Gym und sieht in seinem Leibchen wie ein muskulöser Frosch aus. Neben seinen beachtlichen Muskeln hat der kleine Mann eine aufblasbare Gemächtattrappe vorzuweisen. Und als wäre dieser Aufzug nicht schrecklich genug, krönt Goodmann dies noch mit einer aufgeföhnten Dauerwelle.

Gegen diesen vitalen Potenzprotz hat Pete (Vince Vaughn) keine Chance. Bald wird White das Average Joe schlucken und alle Freunde gemäßigter Leibesübungen werden ihre Heimat verlieren. Denn Petes Verbindlichkeiten betragen 50.000 Dollar. Vielleicht ist es ein Zufall, vielleicht aber auch ein Wink des Schicksals, das eben diese Summe auf den Gewinn der amerikanischen Dodgeball-Meisterschaft (Variante des Völkerballs, bei der es gilt, sechs Spieler der gegnerischen Mannschaft mit Gummibällen abzuwerfen) ausgesetzt ist. Da Pete und seine Freunde neu in dieser Sportart sind, müssen sie sich zu erst gegen eine Mädchenmannschaft durchsetzen um sich zu für das Turnier zu qualifizieren. Wegen eines Dopingfalls in der gegnerischen Mannschaft qualifizieren sich die Average Joe mit viel Glück. In Vegas treffen dann nach vielen anstrengenden und Nerven auftreibenden Spielen wie erwartet Pete und seine Turnbeutel auf die Testosteron-Wunder des Globo Gym. Es wird ein aufregendes, zeitweise sehr schmerzhaftes Match.

Regisseur Rawson Marshall Thurber hat sich für diese abgefahrene Komödie keinen geringeren als Star-Komiker Ben Stiller (gehört für mich neben Jim Carrey zu den besten Comedy-Stars) geangelt. Denn schon mehrfach hat sich dieser Mann, der ja mit "Verrückt nach Mary" seinen Durchbruch erreichte, als Freund des bizarren Humors herausgestellt. Er agiert hier einfach herrlich und hat nicht umsonst die meisten Lachanfälle auf seiner Seite. Denn allein seine Mimik strahlt die eines Deppen aus, der versucht ein nachdenkliches Gesicht zu machen. Vince Vaughn ("Zoolander") als Peter La Fleur zeigt ebenfalls eine klasse Leistung, obwohl er in seiner Rolle mehr den cooleren Typen darstellt als Ben Stiller in der des White Goodman. Der Rest der Besetzung agiert ebenfalls auf sehr gutem Comedy-Niveau, sodass man an den darstellerischen Leistungen nichts zu bemängeln braucht.

Die Gags in diesem Film sind die reinsten Brüller, bei denen man sich beherrschen muss vor lauter lachen keine Tränen zu bekommen. Denn es jagt ein Witz oder dämlicher Spruch nach dem anderen, bei dem den Zuschauer keine Atempause bleibt um sich zu erholen.
Doch es ist nicht auszuschließen, dass es auch Leute gibt, die nach ein paar Filmminuten das ganze als infantilen Mist abtun. Doch wer jetzt die Stop-Taste drückt, dem entgeht vielleicht eines der skurrilsten Komödien der letzten Jahre, denn was da an Fülle von genialen Gags eingebaut wurde, werden selbst ernstere Zeitgenossen nicht umher können ihre Hochachtung zu zollen. Und ein Film, in dem selbst Lance Armstrong ein Kurzauftritt hat, muss einfach von Sportsgeist besessen sein.

Fazit: Regisseur Rawson Marshall Thurber gelang mit "Voll auf die Nüsse – Dodgeball" eine abgefahrene Komödie mit schrägen Charakteren und eine Fülle von irren Einfällen an Gags - Lachmuskel-Kater garantiert. Ich jedenfalls habe mich köstlich amüsiert!

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