Review

Hin und wieder braucht man einfach mal einen Schenkelklopfer und deswegen gehen immer noch so viele Leute in „Scary-Movie“-Filme, in der Hoffnung, sich noch mal so ausgiebig vor Lachen auskotzen zu können, daß der Herzinfarkt naht. So, wie sie es seit der Erstaufführung des ersten Teils der „Nackten Kanone“ nicht mehr getan haben.
Deswegen versuchen die Studios immer mal wieder, so eine Schote zusammenzustückeln und als sie den wackeren Versuch mit einer typischen Sportler-Underdog-Story gekreuzt haben, funktioniert die Chose auch dementsprechend.

Ja, richtig, „Voll auf die Nüsse“ ist komisch, saukomisch sogar und das, ohne die allerschlimmsten Geschmacklosigkeiten präsentieren zu müssen (allerdings, nicht ohne ganz auf kleinere zu verzichten). Hier läuft die Quersumme aus „Schlappschuß“ und den „Indianern von Cleveland“ mit einem Hauch ZAZ-Humor und einem Spritzer Absurdität. Und wie sie läuft.

Dabei gibt es kaum etwas, was wir nicht schon mal gesehen hätten. Superkurzauftritte von irgendwelchen Promis, ein Nerd-Team, monströse Gegner, einen fiesen Schurken und reichlich Albernheit und schmerzhafte Tritte ins Gekröse bzw. Bälle an den Kopf.
Warum es wirkt?
Das Timing stimmt zufällig.
Der Film hat den Drive und Darsteller, die so gebremst enthemmt drauflos spielen, als hätten sie zufällig nur in dieser Woche nichts Besseres zu tun gehabt. Vince Vaughn schüttelt den Verantwortungsablehner Joe so lässig aus dem Ärmel, als hätte er nebenbei Shakespeare vorzubreiten, Ben Stiller spielt sich in den absurdesten Dumpfbackenwahn (und sieht so scheiße komisch aus) und der Rest des Casts macht mit, als gäbe es gleich noch ne Tortenschlacht als Belohnung.

Und so entwaffnend simpel und so mörderisch krass zugleich wie Lance Armstrong mit der Erzählung seiner Krebserkrankung hat noch niemand die moralische Botschaft dem Protagonisten um die Ohren gehauen.
Da kommt sogar die deutsche Dodgeball-Mannschaft, die auf ein Foto von David Hasselhoff schwört (!!!!!), nicht mit, auch nicht Christine Taylor, als sie im Domina-Outfit das erste Spiel absolviert.

Ich weiß nicht, ob der Film mehr als einmal wirken kann, beim ersten Mal ist er für reichlich brüllende Lacher gut, falls man sich nicht eingeredet hat, daß man ja eigentlich in den neuesten Woody-Allen-Film wollte. Das ist nichts für Intellektuelle, hat aber mehr Saft und Kraft als der Bodensatz des Gross-Out-Humors. (8/10)

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