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Ich wusste es! Es gibt sie doch noch, die sinnfreien aber doch gnadenlos witzigen Komödien. "Dodgeball" ist eine davon, und zugleich ist der Film so etwas wie der ultimative "underdog" Film. Hier werden sie aufgegriffen die ganzen Klischees, und sie werden nicht lieblos durch den Kakao gezogen, nein, sie werden charmant und witzig hergenommen und bilden das Gerüst für diese Komödie.

Von der ersten Minute an schlägt der Film dabei ein unglaubliches Tempo an, das er konsequent bis zum Ende durchzieht. Schade eigentlich denn einige Sequenzen hätten durchaus länger dauern dürfen. Aber so gibt es zumindest keinen Leerlauf und es geht von Anfang an voll auf die Nüsse.
Peter La Fleur ist der typische Durchschnittskerl, wohl deshalb heißt seine Muckibude auch "Average Joes". Als er dringend 50.000 Dollar braucht um nicht an White Goodman verkaufen zu müssen steht schnell fest, die Kohle wird beim Dodgeball Turnier in Las Vegas eingespielt Also wird trainiert und schon ist man in Vegas und hey, wer zweifelt ernsthaft daran, das es auch hier ein Happy End gibt.

Bis es aber soweit ist, gibt es ein Gagfeuerwerk vom Feinsten. Von gedopten Pfadfinderinnen, eigentümlichen Lehrfilmen, echt falschen Piraten bis hin zu deutschen Dodgeball Mannschaft mit dem Namen "Blitzkrieg" und David Hasselhoff als Idol gibt es hier nichts was es nicht gibt.
Die Gags sind eine gelungene Mischung aus Wortspielen (die im deutschen leider viel verlieren), ZAZ typischen Gags und der ein oder anderen schmerzhaften Situationskomik. Das dabei nicht alle Gags sitzen dürfte klar sein, aber nach einigen Anfangsschwierigkeiten kommt der Film im besser in Fahrt und hält dieses Niveau (naja, zumindest das der Gags) konstant bis zum Schluss.

Vince Vaughn, der ja schon in "Oldschool" Komödiantische Fähigkeiten bewiesen hat, liefert eine herrlich unaufgeregte Vorstellung, hat sichtlich Spaß und gibt einen wahren Helden des Dodgeball ab. Doch der strahlendste Held ist nichts ohne einen würdigen Gegner und den hat er hier eindeutig. Ben Stiller spielt absolut entfesselt, zeigt dabei eindeutigen Mut zur Hässlichkeit und wirkt die ganze Zeit wie auf starken Steroiden. So gut war er schon lange nicht mehr, und das will was heißen, da er wohl der Schauspieler mit den meisten Filmen in deutschen Kinos in diesem Jahr sein dürfte. Dazu gibt es noch mit Christine Taylor (im wahren Leben Stillers Ehefrau) ein optisches Highlight, man wünscht sich nur sie mal öfter in Filmen zu sehen.

"Dodgeball" ist sinnfrei, sinnlos und absolut durchgeknallt. Es gibt Hasselhoff, Shatner und Lance Armstrong in einem denkwürdigen Auftritt, der mit nur wenigen Sätzen wohl dafür sorgen dürfte das man nie wieder etwas wegen faulen Ausreden aufgeben kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Darsteller sind allesamt mit sichtlicher Freude bei der Sache, die Gags sitzen und es wird für jeden Humortyp etwas geboten. Wer also mal wieder herzhaft lachen möchte, dabei keinerlei Wert auf Anspruch legt und zu dem begeisterter Randsportarten Fan ist, kommt um diesen Film nicht herum. Denn um es mit den Worten von Cotton McKnight zu sagen:

"This is an event more exciting than the World Cup, the World Series, and World War II combined."

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