Review

Schon zuvor mit " Rocky " erklamm Hauptdarsteller Sylvester Stallone die Karriereleiter, doch mit " Rambo " wurde er entgültig zum Star und zum Actionidol. Man muss sich nur vor Augen halten, dass man sich hier eher in einem Actiondrama befindet. Die Geschichte wird sehr kritisch von einigen Vietnamereignissen untermalt. Die beiden knalligen Fortsetzungen hingegen, sind auf pure Action ausgelegt. Trotzdem ist dieser Film heute ein Klassiker des modernen Faustrechtes und nebenbei ein toller Actioner aus den Anfängen der 80er Jahre. Regisseur Ted Kotcheff inszeniert den mit Abstand besten Film in seiner ganzen Karriere als Regisseur. Am Drehbuch schrieb Stallone selbst mit und das Budget kam von Mario Kassar und Andrew Vajna, welche auch die beiden Nachfolger produzierten. Das Budget war sehr gering, doch die Kosten wurden dutzendfach wieder eingespielt. Im Moment ist Stallone mit dem Dreh zum Abschluss der Ramboreihe beschäftigt. " Rambo 4 " soll angeblich nächstes Jahr in unseren Kinos laufen, ich bin mächtig gespannt.
Story:
Der Krieg ist vorbei und der ehemalige Green Beret John J. Rambo ( Sylvester Stallone ) streift durchs Land, um einen alten Kriegskammeraden zu besuchen. Doch er wird von Sheriff Will Teasle ( Brian Dennehy ) wegen Landstreicherei verhaftet. Dort wird Rambo schlecht behandelt und er bricht mit Gewalt aus. Er kann sich in die nahgelegenen Wälder flüchten, die Meute des Sheriffs immer im Genick. Rambo wird gejagt wie ein Tier, doch er setzt sich mit seinen Guerillamethoden gekonnt zur Wehr. Nun kann ihn nur noch sein ehemaliger Colonel Samuel Trautman ( Richard Crenna ) aufhalten. Aber Teasle hat ganz andere Gedanken, er will Rambo nicht fangen, sondern töten. Die kritische Situation eskaliert immer mehr.

Man war damals gar nicht darauf vorbereitet, dass ein so " gewöhnlicher " Film einen solchen Hype auslöste. Dadurch wurde Stallone erst richtig ins Actiongenre buxiert, obwohl er hier eher einen gebrochenen Antihelden mit Komplexen verkörpert. Im Original geht es weniger um die Auseinandersetzungen, sondern Kotcheff beleuchtet auch die kritischen Hintergründe nicht zu kurz und erzählt damit keine Lügen. Die Vietnamheimkehrer wurden damals wirklich aufs Übelste ausgebotet, weil die Amis den Krieg verloren. Das Volk war in seinem Stolz gebrochen und gab den Vietnamveteranen die Schuld. Genau so einer ist Rambo, eine Person, die mehr Anerkennung möchte. Es geht hier nur um ihn und eine Menschenjagd die immer mehr eskaliert. Der Plot wird völlig schnörkel- und längenlos erzählt und ist zudem ziemlich spannend. Rambo´s Vergangenheit wird nie aus dem Auge gelassen und so ist auch der Ausgang dieses Films vorprogrammiert. Vor allem Kritiker taten dies als puren Kitsch, obwohl ich es für sehr realistisch halte. Gewisse Ereignisse kann der Mensch nicht mehr vergessen.
Doch bevor es dazu kommt wird uns Einiges an Action geboten. Nicht sehr spektakulär, aber handwerklich sauber inszeniert. Man beachte vor allem einmal den Bodycount, es gibt nur einen Toten, während es in den Nachfolgern Dutzende waren. Der ganze Film ist eine einzige Hetzjagd. Rambo wendet seine Guerillamethoden an, um sich zu verteidigen. Baut Fallen und verletzt seine Angreifer nur. Er selbst wird gehetzt wie ein Tier und man lässt nichts aus um ihn zu kriegen. So kommt auch der berühmte Sprung vom Felsen auf die Tanne zustande, der schon in vielen Filmen kopiert wurde. Rambo ist auch noch ein Held der alten Schule, seine Wunden näht er natürlich selbst und den grausamen Schmerz kann er verdrängen. Nur kurz vor erwähnten Punkt weiter oben, artet der Film zur puren Actionorgie aus. Rambo stürmt die Stadt, sorgt für jede Menge Sachschäden und große Explosionen und will sich an Sheriff Teasle rächen. Aber Kotcheff fängt den Film wieder rechtzeitig auf und serviert ein realitisches und zugleich etwas trauriges Ende.
Das ganze Geschehen wird von einem brillanten Score von Jerry Goldsmith untermalt. Die Kulisse präsentiert sich dabei sehr trist und verregnet.
Sylvester Stallone liefert hier eindeutig eine Glanzleistung. Selbst die Szenen, in denen Tiefgang gefordert ist, meistert er mit Bravour. Aber auch der Rest des Feldes braucht sich nicht zu verstecken. Brian Dennehy als besessener Sheriff Teasle macht einen tollen Job, genauso wie Richard Crenna als Trautman, eine Art Vaterfigur für Rambo. In Nebenrollen sind noch Chris Mulkey und David Caruso recht bekannt.

Fazit:
Heute schon ein Klassiker des Faustrechtes. Die Story ist im Grunde genommen einfach, aber die kritischen Untertöne werten das Ganze stark auf. Außerdem ist man sehr um Realismus bemüht, obwohl der zum Ende hin flöten geht. Dazu gibt es wirklich tolle Darsteller und auch die zahlreich vertretene Action ist perfekt inszeniert, obendrauf recht spannend. Der Score ist ein Ohrwurm und wurde in den Nachfolgern teils wiederverwertet.
Heute gibt es fast Niemanden mehr, der Rambo nicht kennt, ein absolutes Must See.

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