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Ein Outlaw (Omar Sharif) ist hinter einem Goldschatz her, der sich einer Legende nach in einem versteckten Canyon befinden soll. Zu diesem Zweck kidnappt er einen Sheriff (Gregory Peck), der als Einziger Kenntnis von der Lage des Schatzes hat, da er ihn auf der Karte eines sterbenden Indianers gesehen hat.
Es schließen sich noch viele weitere zwilichtige Teilnehmer an, doch am Ende werden, von Goldgier zerfressen, nur wenige den Canyon erreichen.

Es ist wirklich sehr schade, daß sich hier so viele technische Schludereien und dramaturgische Unzulänglichkeiten eingeschlichen haben. Denn eigentlich liegt hier ein potentiell hochgradig unterhaltsamer Abenteuerreißer im Westerngewand vor.
Die Liste der Stars ist lang, der betriebene Aufwand beachtlich, manche Szenen, wie der Geierflug in der Eröffnungssequenz oder die Flucht aus dem zusammenbrechenden Canyon wirklich beeindruckend.
Daß der Film vor der Premiere schon stark gekürzt werden mußte, ist der Grund, daß viele Randfiguren kaum richtig eingeführt werden, um dann genauso schnell wieder zu verschwinden. Der Dramaturgie hat man damit keinen Gefallen getan. Auch der Einsatz des Erzählers wirkt eher störend als hilfreich.
Höhepunkt des Unsinns ist eine Sequenz während des Finales, als sich Gregory Peck und Camilla Sparv vor zusammenbrauendem Unheil zu retten versuchen:  Zu diesem Zweck klettern sie auf eine (riesige!) Felsnadel, sind in Windeseile oben, werden dabei aber von Fiesling Omar Sharif verfolgt, der ebenfalls nichts besseres zu tun hat, als sich da raufzubegeben. In luftiger Höhe kommt es zum Zweikampf, der aber von einsetzenden Erdstößen unterbrochen wird. Also klettert man die (immernoch riesige!) Felsnadel in blitzartiger Geschwindigkeit wieder runter, und erreicht noch rechtzeitig die Pferde, um aus dem Tal zu türmen. Ein dämlicher, völlig unnötiger und handlungsbremsender Schlenker, der nur des Schauwertes wegen eingefügt wurde.
Auf technischer Seite sind einige gar zu offensichtliche Studioaufnahmen und schludrige Rückprojektionen zu beklagen. Letztere bekommt man vom selben Regisseur auch noch in Quatermain (1985) geboten, wo sie ebenfalls eher stören.
Daß J. Lee Thompson sonst ein guter Regisseur mit einem Händchen für wirkungsvolle Action ist, hat er oft genug bewiesen. Guns of Navarone ist für mich in seinem Genre immernoch unerreicht. Auch MacKenna´s Gold hat starke Momente und eine stimmige Atmosphäre, aber das Vergnügen wird leider durch die beschriebenen Mängel erheblich getrübt.
Co-produziert wurde der Film vom Komponisten Dimitri Tiomkin, der aber nicht selber musizierte. Statt seiner lieferte Quincy Jones mit entscheidender Unterstützung der Orchestrierer Leo Shuken und Jack Hayes einen ansprechenden Score.
Unterhaltsam, ja, aber auch höchst zwispältig.

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