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Nach Jahren der Dürre ist der Rächerfilm ist zurück – auf der Leinwand und im Videothekenregal.

So oder so ähnlich könnte man die letzten beiden Jahre Revue passieren lassen. Nachdem Tarantino mit „Kill Bill“ den Anfang machte, erreichten uns nur kurze Zeit später eine äußerst gelungene „Punisher“ Umsetzung, sowie Denzel Washington´s „Man on Fire“ und auch Dwayne „The Rock“ Johnson haut mit „Walking Tall“ in diese Kerbe.

Und nun ist JCvD ebenfalls mit einem Selbstjustizfilm am Start. Seit Veröffentlichung des Trailers war bei vielen Fans die Erwartungshaltung an den Film sehr hoch und auch von einem möglichen Comeback auf die Kinoleinwand wurde nun nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand spekuliert. Das letzteres doch nicht zustande gekommen ist, ist schade und tut dem Film doch etwas unrecht, denn schlecht und billig inszeniert (wie z.Bsp. „Derailed“) ist dieser Film auf keinen Fall.

Im Gegenteil – was uns Philippe Martinez in seiner zweiten Regiearbeit, mit einem Budget von knapp 20 Mio. Dollar (was heutzutage wohl Peanuts in Hollywood sind) hier bietet, kann sich durchaus sehen lassen und zeigt dass ein Actionthriller von heute, nicht unbedingt mit in Latexklamotten herumhüpfenden „Hip Hop Fu“ – Knalltüten und unzähligen Bullettime Effekten gespickt sein muss.

Eher beschaulich fängt der Film an und schaukelt sich dann mehr und mehr hoch – was sich auch am Gewaltgrad des Filmes festmachen lässt, der stets ansteigt und dabei so ziemlich alle Register zieht, die man doch, gerade im so ziemlich brachliegenden B-Movie Bereich, derzeit recht selten zu sehen bekommt. „Immer feste druff mit der Kamera“ – so könnte Martinez´ Devise beim Dreh geheißen haben. Blutige Shoot – Outs, Folterszenen mit einer Bohrmaschine, herabstürzende Menschen die unsanft aufschlagen, Messerkampf und herumlaufende brennende Menschen, die dann noch per Pistole den Rest bekommen. Es scheint fast so als sei der Regisseur, wie viele Actionfans derzeit, die auf kindgerecht getrimmten Actionfilme der heutigen Zeit leid.

Darstellerisch gibt es für einen Film dieser Kategorie nix zu mäkeln – die Schauspieler machen aus der recht dünnen Story das Beste, wobei mal wieder JCvD mit einer erneut überzeugenden Leistung punktet und alles was im Film „kreucht und fleucht“ an die Wand spielt. Auch Simon Yam kann da nicht mithalten, was aber weniger an seinen schauspielerischen Fähigkeiten, sondern eher an dem mit zu wenig Tiefgang versehen Charakter liegt. Positiv anzumerken sei, dass man JCvD nicht krampfhaft versucht hat auf „jung“ zu schminken, was ihm noch mehr Glaubwürdigkeit verleiht und auch nicht notwendig ist, denn trotz des sichtbaren Alterungsprozesses macht er immer noch eine erstaunlich gute Figur und präsentiert sich in Topform.

Trotz all dem Lob gibt es natürlich auch Anlass zur Kritik. Sind die Actionszenen (einschließlich der Verfolgungsjagden und Explosionen) wirklich sehr gut inszeniert, so hätte man doch die Shoot – Outs etwas ausufernder ausfallen lassen können und auch etwas mehr von JCvD´s Martial Arts Fähigkeiten zeigen können – Gelegenheiten für ein paar Fights gäbe es im Film genug.

Dennoch bleibt unter dem Strich ein trotz des geringen Budgets sehr guter Actionthriller, der storymäßig mit seinen großen Vorbildern nicht mithalten kann aber mit guter/harter Action, toller Atmosphäre und einen wiederum gut agierenden Jean Claude van Damme überzeugen kann. Punkte: 8/10

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