Wake of Death
Ben Archer (Van Damme) steht vor dem Aus. Seine Frau, welche ein junges chinesisches Mädchen bei ihren neuen Adoptiveltern unterbringen wollte, wurde ermordet. Grund für diesen harten Schicksalsschlag ist ein dummer Zufall. Kim, so der Name der kleinen, wurde Zeugin des Mordes an ihrer Mutter durch den Triadenboss Sun Quan (Simon Yam), und eben dieser wollte sie nun natürlich beseitigen. Das zusammentreffen von Ben’s Frau und Kim brachte sie in die Schusslinie und führte somit auch zu ihrer Ermordung. Kim selber konnte zusammen mit Ben´s Sohn fliehen und sich verstecken. Was Ben bleibt ist die Suche nach den beiden und seine Rachegefühle zu besänftigen.
Was für ein gelungener Film. Geile Bilder, geile Action und ein angenehmer Soundtrack. Jean Claude van Damme ist in Ehren gealtert und gibt hier, sehr überzeugend, den rachsüchtigen Vater und Ehemann. Als sein Gegenspieler fungiert Simon Yam in einer für ihn fast schon typischen Bad-Guy Rolle. Wortkarg und brutal begeht er seine Handlungen und erinnert dabei sehr, sehr oft an die guten alten achtziger Jahre. Da war er prädestiniert für solche oberfiesen Gangster (z.B. Full Contact). Die gute geradlinige Geschichte transportiert von Anfang an eine beklemmende Atmosphäre. Da ein Großteil der Handlung in chinesischen Clubs und Etablissements bzw. am Hafen spielt erinnert der Film stark an HK-Produktionen. Die größere Anzahl an chinesischen Darstellern unterstützt dieses Ambiente. Man riecht förmlich die verqualme Luft und die Anspannung der Protagonisten.
Mit dem Tod von Ben’s Frau und dem daraus resultierenden, Beispiellosen, Rachefeldzug verlässt WAKE OF DEATH typisches Weichspüler-Racheterrain und setzt auf einen düsteren, rohen, dreckigen und vor allem gewalttätigen Look der bis zum Schluss anhält. Da Ben und auch Sun Quan nicht allein in den Kampf ziehen, sondern den jeweiligen Parteien, Freunde und/oder Handlanger zur Seite stehen, darf sich der geneigte Zuschauer auf eine kleine Tour de Force freuen. Kompromisslos wird hier getötet und kompromisslos darf dabei zugesehen werden. Kopfschüsse, Bohrmaschinenfolter, Autoaction, Gunfight’s und auch Nahkampfsituation sind zu bestaunen. Dabei haben die Macher darauf geachtet das sich alles im realistischen Rahmen, aber immer Hart, bewegt. Eine Stilisierte Kamera mit vielen ungewöhnlichen Kameraeinstellungen unterstützt die Detailverliebtheit, welche ich besonders hervorheben möchte. So z.B. ein Typ der von einer Aussichtsplattform stürzt und dabei aber nicht wie üblich einfach (unsichtbar) am Boden aufschlägt, sondern vorher noch mal auf ein waagerecht verlaufendes Rohr knallt (natürlich bleibt dieser Aspekt der besagten Details Ansichtssache und liegt im Auge des Betrachters). Ausserdem muss ich sagen dass die Ausgangssituation -Mord => Rache- zwar schon zigmal zu sehen war, doch in diesem Fall hervorragend funktioniert. Soll heißen man kann sich ohne weiteres mit Ben identifizieren und ertappt sich eventuell sogar dabei, wenn man seiner Selbstjustiz zustimmt. Einzig Negativ fallen die fehlenden bzw. sehr spärlich vorhandenen Martial Arts-Einlagen von Jean Claude van Damme auf.
Wirklich gutgemachte Actionkost die, in ihrer ungeschnitten Fassung (läuft 90:29 min), absolute Empfehlung verdient!