Inhaltsangabe

von PierrotLeFou

Die "Cinétracts" umfassen verschiedene, ca. dreiminütige ...

... Kurz(-Stumm)filme - insgesamt angeblich 41 Stück, jedoch bis hin zu (mindestens) Nummer 109 nummeriert, was die seltener genannte Bezifferung auf beinahe 200 Filme wahrscheinlicher macht -, die von diversen Filmemachern (und anderen Künstlern) auf Anregung Chris Markers (anonym) angefertigt worden sind. Vorgeführt wurden immer wieder verschiedene Zusammenstellungen dieser Beiträge (was die zwischen 20 Minuten und drei Stunden schwankende Längenangaben, die häufig anzutreffen sind, erklärt); in den letzten Jahren wurden vor allem die Godard zugeschriebenen Cinétracts gezeigt.
Die Filme, die jeweils Fotos, Plakate, Filmstandbilder, Zeitungsartikel, Karikaturen und Werbung - teils im Originalzustand, teils in überarbeiteter Form, und häufig statisch - abfilmen und mit Zwischentiteln und einer möglichst aussagekräftigen Montage anreichern, nehmen als Agitationsfilme radikal und polemisch Stellung zu den politischen Ereignissen der letzten Monate (vor allem innerhalb Frankreichs): dementsprechend sind neben den bekannten Bildern ausufernder Straßendemos und groß angelegter Streiks freilich auch viele der abgebildeten Figuren, Namen, Abkürzungen & Zeichen noch heute eindeutig einzuordnen (z.B. Franco, 'Che', Charles de Gaulle, Cohn-Bendit, Mao, Fidel Castro, Jeanne Pierre Leaud, Juliet Berto, Anna Karina & Truffaut, NPD, OAS und diverse großzügig eingesetzte Hakenkreuze und vereinzelte Peace-Zeichen), während andere und nicht unbedingt wenige (Gilles Jacob, Jürgen Kuczynski, Hans Freudenthal, Jean-Jacques Servan-Schreiber, Marc Lanvin u.a.) mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen auslösen dürften. Trotz der Oberhand, die die Polemik meist über die Analyse gewinnt, ein aussagekräftiges Zeitdokument, das trotz Markers gewichtiger Rolle weniger an dessen Fotofilme, häufiger jedoch an Godards Ästhetik ab 1967 erinnert.

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