Roger Spottiswoode (Der Morgen stirbt nie, Scott & Huutsch) liefert mit seinem "Mörderischer Vorsprung" einen hervorragenden Actionthriller ab, welcher nicht mit dem Bekanntheitsgrad gesegnet wurde, den er eigentlich verdient hätte. Eine Mischung aus Killerhatz, Abenteuer und Buddyaction, die einwandfrei funktioniert.
Als FBI-Agent Warren Stantin (Sidney Poitier) zu einer Geiselnahme gerufen wird, ahnt er noch nicht mit was für einem Kaliber von Verbrecher er es hier zu tun bekommt. Der Mann (Clancy Brown) erschießt seine weibliche Geisel und kann mit der Beute türmen. Stantin folgt dem Mörder bis kurz vor die kanadische Grenze, wo er sich in einer Reisegruppe versteckt. Die wird von Sarah Renell (Kirstie Alley) angeführt, niemand ahnt, dass sich ein Schwerverbrecher unter ihnen befindet. Stantin nimmt mit Sarahs Freund Jonathan Knox (Tom Berenger) die Verfolgung auf. Der Killer ahnt bereits, dass er verfolgt wird, entledigt sich daher seiner Reisegenossen und nimmt Sarah als Geisel. Doch Stantin und Knox sind ihm dicht auf den Fersen.
"Mörderischer Vorsprung" ist viel mehr als nur die triviale Hatz nach einem Doppelmörder. Unser Killer ist nicht nur kompromisslos, sondern auch sehr gerissen. Er hat es auf eine Ladung Diamanten abgesehen, daher kidnappt er kurzerhand einen Juwelier und dessen Frau. Stantins Taktiken wollen einfach nicht aufgehen und auch mit einem Scharfschützen ist dem Verbrecher nicht beizukommen. So werden Stantin und sein Team in die Irre geführt und der Killer kann fliehen mit seiner Beute. Aber eine vermeintliche Strassensperre wird dem Mörder zum Verhängnis und er schließt sich einer Wandergruppe an. Spottiswoode braucht hier gar keine Actionszenen, um das Tempo zu halten und die Spannung zu steigern. Wir kennen nicht mal das Gesicht, geschweige denn den Namen des Killers. Somit wird uns vorenthalten, wer von der fünfköpfigen Wandergruppe nun eigentlich unser Übeltäter ist. Stantin hat derweil ein anderes Problem, denn er muss sich mit Knox zusammenraufen. Knox will sich auf eigene Rechnung den Killer kaufen, doch nun hat er Stantin an der Backe. Die anfänglichen Streitereien der Beiden sind amüsant, schließlich muss man sich doch erstmal zusammenraufen. Denn unser Killer ist mit allen Wassern gewaschen, er sabotiert nicht nur alle Funkgeräte in den Hütten, sondern auch eine Seilbahn, die Knox fast das Leben kostet.
Trotz einiger humorvollen Einlagen, zum Beispiel der Elch morgens vor der Tür, oder Stantins Probleme mit dem Pferd, bleibt "Mörderischer Vorsprung" bierernst. Allein die Szene, als der Killer die Wandergruppe tötet, ist ziemlich gnadenlos. Neben einiger Kletterpartien, sorgt später noch ein Unwetter für einige Probleme. Stantin und Knox müssen eine Abkürzung nehmen, machen Bekanntschaft mit einem Bär und schließlich kann der Killer direkt vor ihren Nasen entkommen. Der Showdown findet dann auf einem Schiff statt. "Mörderischer Vorsprung" hält sich mit richtigen Actionszenen sehr bedeckt und braucht diese auch nicht wirklich. Spannend ist diese Hetzjagd allemal und der kleine Shootout und Endkampf im Finalen, bilden einen würdigen Abschluss.
Mit Sidney Poitier (In der Hitze der Nacht, Die Organisation) und Tom Berenger (Sniper, Stiletto) haben wir ein tolles Team am Start und mit Clancy Brown (The Burrowers, Pathfinder) einen abartig fiesen Killer. Kirstie Alley (Die Zahnfee, Madhouse) als Bergführerin agiert auch sehr überzeugend.
"Mörderischer Vorsprung" ist eine spannende Killerhatz, stattfindent vor atemberaubender Bergkulisse. Ein gut harmonierendes Buddyteam gegen einen herrlich fiesen Clancy Brown, zählt zu Spottiswoodes Besten.