Review

Ein ausgezeichneter "Blaxploitation"-Klassiker, bei dem kein Auge trocken bleibt. Vor allem nicht das des Drogenbosses, der gleich am Anfang von der Titeldame per Donnerbüchse abserviert wird. Pam Grier spielt eine Krankenschwester, die wegen der Drogenkrankheit ihrer kleinen Schwester einen wahrhaft unbarmherzigen Feldzug gegen die Narkotika-Szene aufgenommen hat. Dabei geht sie genauso brutal und blutrünstig zu Werke wie ihre gefährlichen Gegner. Der eine wird mit vorgehaltenem Gewehr gezwungen, sich eine tödliche Dosis zu spritzen, der andere mit einem selbstangespitzten Metallstift angestochen. Und wer weiß, welche Vorteile es bringt, sich einfach mal ein paar Rasierklingen in die Haare zu stecken. Der Höhepunkt ist der Kampf zwischen Coffy und den Prostituierten gegen Mitte des Films, das geht einfach ab.
Freunde der 70er-Jahre-Optik werden an diesem Film ihre reine Freude haben. Monströse Afro-Frisuren und mächtig Schlag in der Hose lassen dem Edelschund-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen. In diese Kategorie gehört auch die deutsche Sprachfassung. Oberzuhälter King George, von Robert Doqui gespielt, wurde mit einer lupenreinen Kalauersynchro versehen, die mit dem Original natürlich nichts zu tun hat; zu allem "Übel" (in Wirklichkeit ist es einfach lustig) hat seine Sprechzeit für die ganzen Schenkelklopfer gar nicht gereicht - daher kommen von ihm in der DF auch flotte Sprüche, wenn er gerade den Mund zu hat. Weniger lustig ist die Nachsynchronisation von Pam Grier in einzelnen Szenen, da hätte MGM doch mal jemanden mit einer halbwegs tauglichen Sprechstimme nehmen können. Zum Glück bietet die DVD - Bild ist übrigens ausgezeichnet - auch die OF mit Untertiteln.
Wer den noch bekannteren, ein Jahr später und ebenfalls unter der Regie von Jack Hill entstandenen Film "Foxy Brown" kennt, wird sehen, dass hier sehr viel nach dem selben Schema abläuft. Die Ausnahme ist, dass es in "Coffy" auch mehrere böse Schwarze gibt, womit das Verhältnis nicht ganz so schematisch ist wie im Nachfolger, der allerdings genauso viel Freude bereitet. Denn ernstnehmen ist das letzte, was man mit so einem Film tun sollte. Im ganzen ein Streifen, der so richtig Spaß macht.

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