Neben "Foxy Brown" ist "Coffy" nicht nur eine weitere Zusammenarbeit zwischen Exploitation-Pionier Jack Hill und der atemberaubenden Pam Grier, sondern auch die Creme de la Creme der Blaxploitation. Wer es weniger politisch als "Shaft" und mehr auf die Zwölf will, ist hier genau richtig.
Eine simple Rachestory, bei der wir nicht einmal mehr die Vorgeschichte kennenlernen dürfen, sondern einfach hinnehmen müssen, dass die Süsse aus gutem Grund vermeintliche Freier mit abgesägter Schrotflinte die Rüben zu Mus ballert. Keine Frage, diesen Brüsten würden wir alles verzeihen! Zwischendurch liefert sie ihre (typisch weibliche) Leichtgläubigkeit fast dem Verderben (in Form von Sid Haig) aus, doch so ein Afro hält für die stets geile Männerschar so manch unangenehme Überraschung bereit.
Zart besaitete, welche auf einen Film hoffen, der die Verständigung zwischen den Hautfarben hoffen, werden herb enttäuscht werden, denn hier gibt es nur die Blutwurst und die Welt ist in jeder Hinsicht ein Hort des Hasses.
Diese Italo-Western-Prämisse ist, ebenso wie bei den Gringos und Djangos von einst, die vollständige Berechtigung für das Gewaltkonzept, dem die Heldin hörig ist. Mit anderen Worten: als Zuschauer darf man sich zufrieden zurück lehnen und die Superbraut beim wüten genießen.
Wie schon bei "Foxy..." geht Hill hier über die Grenzen des Splatterfilms, wenn auch wieder nur für Bruchteile von Sekunden. Dass die Musik auch hier wieder ein Highlight ist, gilt fast für das ganze Blaxploitation-Genre. Eigentlich steht der Film erzählerisch sogar noch hinter solchen Klassikern wie "Black Caesar", da nicht einmal so etwas wie eine Mafia-Geschichte präsentiert wird, doch die Figuren mit ihrer geilen Holzhammer-Charakterisierung und ihrem extrem coolen Look und der Überfluss an doofen Chicks, fiesen Pimps und gewaltiger Grierscher Möpse lassen "Coffy" zum absoluten Gewinner mutieren.
Dazu kommt noch, dass Hill verdammt gut weiss, wie ein schmutziger Seventies-Exploitationer auszusehen hat!
Fazit: better don't mess with...Coffy Brown
Die deutsche DVD ist super und schreit förmlich nach Double Feature - Nächten mit beliebigen, oben genannten Filmen