Tagsüber (so mehr oder weniger) ist Coffy (Pam Grier) Krankenschwester, in der Nacht zieht sie mit einer Schrotflinte umher und rächt sich an den Dealern die das Leben ihrer kleinen Schwester zerstört haben. Als einer ihrer Freunde, ein aufrechter Cop (William Elliott), übel zusammengeschlagen wird weil er sich nicht bestechen lassen will, schlüpft sie in die Rolle einer Edelnutte um an die Leute im Hintergrund heranzukommen. Ein gefährlicher Plan, der sie mit der Mafia in Konflikt kommen lässt. Und die machen ja normalerweise keine Gefangenen.
2 Jahre vor FOXY BROWN hat Pam Grier hier ihren ersten Auftritt als schwarze Rächerin. Noch nicht so übertrieben, nicht so tough, zwar schon durchsetzungsfähig, aber eben auch noch ein gutes Stück verletzlicher, ist die Reihenfolge in der die beiden Filme gesehen werden wohl entscheidend. In meinem Fall war FOXY BROWN der erste, weswegen mir Pam Grier hier ein kleines bisschen zu soft ist. Sieht man die Filme andersherum dürfte COFFY der bessere sein, weil er eben noch nicht so comichaft ist.
Nichtsdestotrotz ein gigantisches Stückchen Kino. Eine der aufregendsten Frauen der Filmgeschichte nimmt eine Schrotflinte (woher eigentlich, wenn sie nur einen knappen Bikini trägt?) und ballert dem üblen Dealer in (ganz kurzer) Großaufnahme die Rübe weg. Danach geht’s ab ins Körbchen und es wird alles gezeigt was es zu zeigen gibt. Heimatland, da werden niedrige Bedürfnisse noch richtig schamlos gestillt, und der geneigte Zuschauer freut sich allenthalben. Die Kostüme der schwarzen Zuhälter sind die Oberwucht (Robert DoQui als King George im gelben Strampler mit Umhang – da wird jede richtige Frau schwach …), und der böse Mafiosi (Allan Arbus) wird tatsächlich von Atze Schröder gespielt. Und wo schwache weiße Männer noch altmodisch eine Tür eintreten, da fährt Coffy einfach mit dem Auto direkt bis ins Wohnzimmer. Auch sehr nett finde ich die Szene, in welcher der Polizeiwagen auf dem Dach liegt und aus dem Inneren Hilferufe ertönen. Coffy versucht jetzt nicht etwa zu helfen, sondern langt vorsichtig hinein, holt sich die Schrotflinte, und schaut zu wie das Auto in Brand gerät. Da hat wohl jemand definitiv schlechte Laune …
Ehrlich, so viel Spaß hatte ich seit langem nicht mehr. Die deutsche Synchro scheint noch mal einen draufzulegen, wobei der Originalton eher ernst gehalten ist. Dazu ein paar funkige Rhythmen, ein sehr schöner Catfight inmitten eines Salatbüffets (und ja, die Dekolletés gehen IMMER an den richtigen Stellen kaputt), ein wenig Frauenmisshandlung, und als Sahnehäubchen Sid Haig als mafiöser Killer. Zurücklehnen und genießen!!