Inhalt:
Graf Alucard besucht eine wohlhabende Familie und kurz darauf stirbt der Herr des Hauses mit merkwürdigen Wunden am Hals. Katherine, die Tochter des Verstorbenen, erbt das Anwesen, heiratet den Grafen in einer Nacht-und Nebelaktion und zieht mit ihm zusammen, sehr zum Leidwesen von Frank, ihrem Verlobten. Er ahnt, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und stattet den beiden einen Überraschungsbesuch ab, doch die Situation artet aus. Frank erschießt versehentlich seine Angebetete, ergreift die Flucht und verliert das Bewußtsein. Als er davon später dem Arzt Dr. Brewster erzählt, geht dieser der Sache nach und findet Katherine anscheinend quicklebendig daheim vor, doch als der Arzt mit Frank und der Polizei die Tatorte abgeht, finden sie Katherine tot in einem Sarg auf dem Friedhof und Frank wandert in den Knast. Während Dr. Brewster weiter am Ball bleibt, bekommt Frank hinter schwedischen Gardinen (un)heimlich(en) Besuch von seiner Verlobten, die ihm von ihrem Plan berichtet...
Kritik:
Wie man vielleicht an meiner etwas länger geratenen Inhaltsangabe erkennt, geschieht recht viel im Film. So kommt nach anfänglichen Längen keine Langeweile auf, aber richtige Spannung sucht man hier leider auch vergebens. Personen, mit denen man mitfiebert, gibt es nicht, denn dafür werden die Figuren dem Zuschauer nicht nahe genug gebracht.
Gruselig wird es niemals so richtig, aber dafür gibt es einige schöne und athmosphärische Szenen. Zum Beispiel die Szene, in der Katherine des Nächtens durchs Unterholz wetzt und einer alten Zigeunerin (die erinnert mich ein wenig an die Voodootante aus "Monkey Island") in ihrer Holzbutze einen Besuch abstattet. Noch bevor sie Katherine richtig vor den Geschehnissen in der Zukunft warnen kann, kommt eine Fledermaus angeflattert und haucht das Lebenslicht der Dame aus.
Oder die feine Szene, in der Frank den Grafen zur Rede stellt und seine Verlobte für sich zurückgewinnen möchte. Er schießt auf den Grafen, doch die Kugel tötet die hinter ihm stehende Katherine, die vorerst tot zu Boden sinkt. Frank flüchtet durch den Wald und wird von einer Fledermaus verfolgt bis er erschöpft auf dem Friedhof zusammensackt.
Positiv sind mir die Effekte in Erinnerung geblieben. So gibt es für damalige Verhältnisse einige gute Verwandlungsszenen, z.B. wenn sich der Graf von der Fledermaus in Dracula (jetzt ist es raus: Alucard ist Dracula bzw. dessen Sohn! Ich hoffe, niemandem die Freude am Film verdorben zu haben.) verwandelt oder zu Nebel wird oder aus dem Nebel entsteht. Nur die Fledermaus an sich ist gewöhnungsbedürftig.
Die Schauspieler bieten gute Leistungen, wobei besonders Robert Paige als Frank zu überzeugen weiß. Die Liebe zu Katherine aber auch seine Verzweiflung kommen glaubhaft rüber. Allein sein Gesicht in der letzten Einstellung des Filmes sagt alles.
Mit Lon Chainey jr. als Graf Alucard habe ich so meine Probleme. Er ist nunmal einfach der Wolfsmensch und die Rolle des Grafen will nicht so recht zu ihm passen. Eine wahre Bedrohung geht meiner Meinung nach nicht von ihm aus, was vielleicht auch daran liegen mag, dass er kaum Opfer in seiner menschlichen Gestalt heimsucht.
Insgesamt ist dies eine zufriedenstellende Variation des Dracula-Themas.