Blacula war wohl der ultimative Soulbrother des Blaxploitation-Horrors und somit war auch klar, dass auf das erfolgreiche Original von 1972 eine Fortsetzung folgen musste. In meinen Augen übertrifft diese sogar noch ihren Vorgänger, zumal die leckere Pam Grier mitmischt, die allerdings nicht ganz so cool und tough rüberkommt wie beispielsweise in "Foxy Brown" oder "Coffy".
Blacula ist tot, doch der Fürst der Finsternis wird mittels Voodoo-Ritual zu neuem Leben erweckt. Als bald geht mit ihm der Blutrausch durch und selbst die Polizei ist machtlos. Lediglich die Voodoo-Priesterin Lisa scheint den Dämonen in Blacula exorzieren zu können...
Neben zahlreichen Krimis wurden im Blaxploitation-Genre auch einige Horrorfilme wie "Blackenstein", "Sugar Hill" oder "Abbey" realisiert. "Blacula" war jedoch das absolute Zenit, wobei das Sequel sogar noch einen draufsetzt, denn "Scream, Blacula, Scream" (OT) ist unterhaltsam von Anfang bis Ende. Von einpaar kleinen Längen mal abgesehen. Exorzismus, ominöse Voodoo-Praktiken, fliegende Blutsauger - Regisseur Bob Kelljan hat wirklich aus den Vollen geschöpft. Das Finale, in dem die Polizei mit spitzen Zaunpfählen der Vampirbande den Gar aus macht, scheint unübersichtlich den Showdown von "From Dusk Till Dawn" beeinflusst zu haben, andere Szenen erinnern frappierend an spätere Genre-Klassiker wie George A. Romero´s "Dawn of the Dead". Zwar hat der Film über weite Strecken das atmosphärische Flair eines TV-Krimis, nimmt sich im Gegenzug aber nie allzu ernst. Allzu blutig geht es auch nicht von statten.
Shakespeare-Darsteller William Marshall spielt den Blacula mit dem gleichen Charme und Charisma wie seiner Zeit Christopher Lee den Dracula, Pam Grier sorgt für die entsprechenden Eyecandy-Werte, obwohl sie dieses Mal (leider) die Bluse anbehält. Blaxploitation-erprobte Darsteller wie Don Mitchell oder Richard Lawson komplettieren die Besetzungsliste.
Alles in allem ein echter Fun-Flick, der mich gut unterhalten hat. Ich hoffe bloß, dass Hollywood davon absieht, auch hier ein Remake drehen zu müssen und vergebe solide 8 von 10 Punkten für diesen kleinen aber feinen Genre-Klassiker.