Nach einer Meinungsverschiedenheit zum Thema Sklaverei verwandelte Graf Dracula (Charles Macaulay) im Jahre 1780 den stolzen Prinz Mamuwalde (William Marshall) in den Vampir Blacula und kerkerte ihn in seinem Schloßkeller ein. Viele Jahrzehnte später entkam der Blutsauger aus seinem Gefängnis und zog eine grauenvolle Spur des Untodes durch Los Angeles. Am Ende von William Crains Blacula (1972) war der Vampir seines unnatürlichen Daseins überdrüssig und beging Suizid. Zu sehr schmerzte der wiederholte Verlust seiner über alles geliebten Luva respektive Tina (Vonetta McGee). Lange hat der gepeinigte Prinz jedoch keine Ruhe, denn ein Jahr später gelangt der machthungrige Big Willis (Richard Lawson) in den Besitz von Blaculas Überresten und holt den "Black Prince of Darkness" ins unselige Leben zurück. Blacula (erneut William Marshall) dankt es ihm, indem er kräftig zubeißt. Die Vampirplage verbreitet sich rasant, und mitten drin steckt die junge Voodoo-Priesterin Lisa Fortier (Pam Grier), auf deren Hilfe Blacula angewiesen ist. Lisa soll den Fluch brechen, den bösartigen "Dämon", der von ihm Besitz ergriffen hat, exorzieren, damit er endlich in seine Heimat zurückkehren kann.
Scream Blacula Scream beginnt mit der schönsten, coolsten und heißesten Lady des Blaxploitationkinos. Und einen Film mit Pam Grier zu beginnen, ist in meinen Augen nie ein Fehler. Die Kultschauspielerin liefert in der für sie eher ungewohnten Rolle eine solide Leistung ab, steht aber etwas im Schatten von William Marshall, der wie schon im Original mit seiner starken, ehrfurchtgebietenden Präsenz beeindruckt. Blacula ist keine durch und durch böse Person, im Gegenteil. Er ist ein zerrissenes Monster, von Dracula dazu verdammt, schreckliche Dinge zu tun, Unheil und Verderben zu verbreiten, indem er das Blut von Menschen trinkt und diese dadurch in seinesgleichen verwandelt. Im Gegensatz zu Blacula ist das gelungene Sequel nicht ganz so ernst angelegt und jongliert geschickt mit Vampirklischees. So jammert ein eitler Verwandelter darüber, daß er sein Gesicht niemals wieder im Spiegel sehen wird. Wie soll er denn wissen, wie er aussieht? In einer toll gefilmten, wirkungsvollen Szene schleicht sich Blacula an eine vor einem großen Spiegel sitzende Frau heran, die sich in Sicherheit wiegt, da sie ihren Mörder im Spiegel nicht sehen kann. Und ausgerechnet Fledermaushaare, die der Untote unvorsichtigerweise zurückläßt, überzeugen den skeptischen Polizeichef letztendlich von der Existenz von Vampiren. Mit Effekten hält sich der Film generell zurück, trotzdem ließ man es sich nicht nehmen, ein paar einfache aber recht coole Verwandlungsszenen (Blacula - Fledermaus) einzubauen. Das anschließende Herumfliegen durch die Stadt ist des Guten etwas zuviel, denn die offensichtlich aufs Filmmaterial gezeichnete, pechschwarze Fledermaus ist ein unfreiwillig komischer Höhepunkt dieses ansonsten gut gemachten Filmes.
Keine Frage, Scream Blacula Scream hat Stil! Die Mischung aus Blaxploitation und Grusel funktioniert auch beim zweiten Mal sehr gut, nicht zuletzt, da der Streifen sehr schön, bisweilen sogar elegant gefilmt ist. Des Weiteren punktet er mit coolen Typen, schönen Frauen, einer flotten Mucke, sowie Charme und Atmosphäre. Das gelungene Finale entschädigt für die eine oder andere Länge, die beim bedächtigen Tempo, das der Film an den Tag legt, wohl nicht zu vermeiden war. Zu stetig hektischer werdendem Voodoogetrommel kommt es zum letzten, alles entscheidenden Gefecht zwischen der Polizei und den Vampiren. Regie führte diesmal Bob Kelljan, der mit Count Yorga, Vampire und The Return of Count Yorga bereits einschlägige Genreerfahrung besaß. In weiteren Rollen sind Don Mitchell, Michael Conrad, Lynne Moody, Nicholas Worth und Craig T. Nelson zu sehen, wobei letztere beiden nur sehr wenig Screentime haben. Scream Blacula Scream ist bestimmt kein Klassiker, aber er ist ein schöner und unterhaltsamer Vampirfilm, den sich Fans des Genres keinesfalls entgehen lassen sollten.