Review

Michael Douglas at his best! Neben dem wohlbekannten “Falling Down” ist dieser rabiate Anti-Familienglück-Streifen der beste Auftritt des Veteranen vor der Kamera, wenn ihm auch Kathleen Turner als seine Angetraute in nichts nach steht! Regie führte Komödien-Star Danny DeVito, der mit diesem Machwerk absolutes Talent für die Arbeit hinter den Kulissen bewies.

Die Ehe von Oliver (Douglas) und Barbara Rose (Turner) fing so fantastisch an – und liegt nunmehr in Scherben. Während Oliver große Karriere als Jurist machte, kümmerte sie sich ausschließlich um Haus und Heim – was ihr irgendwann jedoch nicht mehr genügte. Schluss mit Einrichten auf des Gatten Kreditkarte, sondern selbst etwas geschaffen, nämlich einen florierenden, erfolgreichen Partyservice. Da hilft nur eines: sich vom biederen Ehemann scheiden lassen – aber ja nicht ohne das Haus! Doch Oliver denkt gar nicht erst daran, das traute Heim einfach so aus den Händen zu geben, und es entbrennt ein persönlicher Privatkrieg zwischen dem verhassten Paar, welcher einen fulminanten Ausgang nimmt...

Okay, ihr naiven Hochzeitspärchen in spe – bevor ihr vor den Traualtar wandert, zieht euch besser noch mal vorher diesen rabenschwarzen Streifen rein, und ich bin mir sicher, der/die eine oder andere überlegt sich das Ganze noch mal! DeVito, im Film auch Erzähler und gleichzeitig in einer Nebenrolle zu sehen, demontiert hier fein säuberlich das heutzutage bestimmt schon nicht mehr glaubwürdige Bild der heilen Ehe. Routine schafft sich Platz und verdrängt Gefühle schneller, als es einem lieb sein kann und ruckzuck würde gerne ein jeder wieder seine eigenen Wege gehen. Beide Hauptdarsteller agieren phänomenal. Während Oliver, für den ich zwangsläufig im Laufe des Films Partei beziehen musste, desperat versucht, seine Frau doch irgendwie zurückzuholen, sich letztlich jedoch überhaupt nicht wundern braucht und mit harten Bandagen zu kämpfen weiß, zeigt Barbara jedoch ihrem Mann mit allen Registern, wo es langgeht! Dabei ziehen beide Partner teilweise dermaßen böse Dinge ab, dass einem das Lachen fast schon stecken bleibt! Eine Szene musste meines Wissens nach vor Release noch umgeschnitten werden, da sie den Behörden wohl doch zu bitter war (also gab es am Ende doch keinen Hund als Pastete), und ich kann euch sagen Leute, diese Komödie ist echt der Abschuss in Sachen Schwarzhumorigkeit. Heute sicher nicht mehr so aufregend, weil die Realität da schon von alleine Bände spricht, damals jedoch wirklich ein absoluter Knaller und ein Schuss ins Schwarze, der auch vom Thema losgelöst mit genialem Humor aufwarten kann. In Nebenrollen glänzen nicht nur Marianne Sägebrecht und wie gesagt der Regisseur selbst, sondern auch wieder mal Sean „Sam“ Astin, der sich in diesem Film gewichtsmäßig offenbar schon mal auf seine Hobbit-Rolle vorbereitet hatte!

Der moralische Anspruch kommt dabei spürbar, jedoch nicht nervend rüber: Beziehung ist Arbeit. Arbeit, die man niemals vernachlässigen sollte, koste es, was es wolle. Hier ist eines klar: Kathleen Turner würde ich im Leben nicht heiraten!

Details
Ähnliche Filme