"Sie wollen sich scheiden lassen. Haben sie dafür triftige Gründe?"
Gavin D'Amato (Danny DeVito) ist Anwalt und hat gerade einen neuen Klienten, der sich von seiner Frau scheiden lassen möchte. Anstatt ihn direkt zu beraten erzählt er ihm zunächst die Geschichte des Ehepaares Oliver (Michael Douglas) und Barbara Rose (Kathleen Turner). Ihre Beziehung und Ehe begann sehr harmonisch. Sie bekamen Kinder und fanden ein Haus nach ihrem Geschmack. Nachdem Barbara das Haus eingerichtet hat, zeigt der Alltag jedoch seine Tücken. Oliver ist beruflich ständig auf Reisen und wirkt herrschsüchtig. Mit der Zeit wandeln sich die Zuneigung und Liebe von Barbara in Abneigung und Wut. Als sie sich schließlich scheiden lassen möchte, eskaliert die Situation.
"Der Rosenkrieg" ist eine schwarze Komödie, die sich vor allem mit Beziehungspsychologie auseinandersetzt. Diverse Standardsituationen des Alltags einer Beziehung werden hier teils überzeichnet dargestellt, teils aber auch sehr authentisch. Daher bleibt dem Publikum des Öfteren der zynische Witz auch mal im Halse stecken.
Die Herangehensweise ist hier sicher das ungewöhlichste und spannendste am Film. Eine gewöhnliche romantische Komödie nutzt Spannungen in einer Beziehung erst für einen Akt in Richtung Finale. "Der Rosenkrieg" dagegen integriert subtil dramatische Elemente, die das Publikum auffordern zu interpretieren.
Leider werden viele dieser situativen Ärgernisse nicht ausgereizt. Mal fehlt es an ausreichender Tiefe, mal übersieht man die Hinweise zu schnell oder sie sind einfach nicht sonderlich originell. Der Wandel von einer Familienbehausung zum Kriegsschauplatz ist zwar nachvollziehbar, erzählerisch mangelt es aber an Höhen.
Das Tempo ist gemächlich. In dialoglastiger Form springt "Der Rosenkrieg" von einer Situation zur nächsten. Öfters mit erheblichen Zeitsprüngen, die man mal besser, mal schlechter erkennt. Die Charaktere machen eine sichtbare Veränderung durch, was der eingangs oberflächlichen Figurenzeichnung zu Gute kommt.
Obwohl in der zweiten Hälfte der Laufzeit das Tempo erhöht wird, kommt kaum mehr Spannung auf. Stattdessen machen einige Handlungen die Figuren recht unsympathisch.
Michael Douglas ("Ant-Man", "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten") und Kathleen Turner ("Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil") bieten eine hervorragende Leistung. Die schnellen emotionalen Stimmungswechsel ihrer Figuren bilden sie glaubwürdig ab, auch wenn der drehbuchbedingte Hang zum überspielen ebenso sichtbar ist.
Danny DeVito ("Batmans Rückkehr"), der gleichzeitig Regisseur des Films ist, und Sean Astin ("Die Goonies", "Der Herr der Ringe"-Reihe) sind ungenutzte Darsteller in Nebenrollen.
"Der Rosenkrieg" hat gute Ideen, hakt sie aber nur oberflächlich ab. Gerade in der ersten Hälfte führt das zu einigen Längen, obwohl das Thema Abwärtsspirale so viel hergibt. Der sarkastisch-zynische Humor bleibt einem öfter im Halse stecken, als dass er zum Lachen anregt. Für ein Drama zu wenig Inhalt, für eine Komödie zu wenig zu lachen... und auch für eine Tragikkömidie fehlt es an der Balance.
5 / 10