Will Ferrell erlebt als eitler Nachrichtenmoderator den tiefen Fall ins Karriereloch.
Story:
Im San Diego der 70er ist Ron Burgundy (Will Ferrell) der unangefochtene Star des örtlichen Nachrichtensenders und Quotenkönig. Frauen sind für ihn, genau wie für seine 3 Kollegen, ein Zeitvertreib und haben nichts in seinem Beruf zu suchen. Eines Tages kommt Karrierefrau Veronica Corningstone (Christina Appelgate) ins Team, die Ambitionen hat, einmal die Nachrichten zu moderieren. Zunächst wird sie allerdings nicht ernst genommen und mit unwichtigen Reportagen abgespeist. Dann aber kommt ihre Chance, als sie Ron ersetzen muss. Sie macht ihre Sache so gut, dass sie prompt zur Co-Moderatorin befördert wird. Das ist Ron natürlich ein Dorn im Auge und er versucht mit allen Mitteln, Veronica das Leben schwer zu machen...
"Anchorman" parodiert recht gut die Situation in Fernsehsendern der 70er Jahre, als sich Frauen langsam aber sicher in höheren Positionen etablierten und ihren männlichen Kollegen mehr und mehr den Rang abliefen. Eine im Prinzip sehr gute Idee, allerdings gibt es dabei ein gravierendes Problem: Die Gagdichte fällt viel zu gering aus.
Das der Humor dabei nicht in Slapstick-Regionen a la "American Pie" geht, dürfte von vornherein klar sein. Dennoch: etwas mehr als grobgeschätzt zwei handvoll gelungener Gags hätten es schon sein dürfen. So entsteht fast zwangsläufig zwischen den Lachern eine Menge Leerlauf, die den Film unnötig zäh machen und man schon ungeduldig auf die Anzeige des Players linst, bis man mal wieder lachen kann. Nicht ganz unschuldig dürfte zwar die deutsche Synchro sein, die den speziellen Humor eben nicht 100%ig wiedergeben kann. Aber auch im Originalton dürfte die Sache nur geringfügig besser aussehen.
Positiv zu bemerken sind nebem dem gelungenen Soundtrack aus 70er Jahre-Songs die guten schauspielerischen Leistungen. Egal ob Will Ferrell oder Christina "Dumpfbacke" Appelgate, alle Beteiligten liefern eine mehr als gute Vorstellung ab. Besonders Christina scheint sich nun endgültig von ihrem Image als dumme Blondine gelöst zu haben, denn von einer Kelly Bundy ist sie mittlerweile meilenweit entfernt.
In kleinen Nebenrollen und Cameos tauchen zudem noch eine Menge derzeit beliebter Comedians auf. Da wären z.B. Luke Wilson und Vince Vaughn als konkurrierende Anchormans, Ben Stiller als spanischer Moderator und Jack Black als Biker. Aber was nützt das alles, wenn's mit den Gags nicht stimmt. Da können noch so viele Comedians vor der Kamera stehen, wenn sie keine entsprechende Vorlage bekommen, macht das den Film nicht unbedingt besser.
Fazit: Die gute Idee der Parodie auf die Medienlandschaft der 70er wurde einfach zu inkonsequent und nicht witzig genug umgesetzt. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Im Original zwar etwas besser, mehr als Mittelmaß ist aber auch da nicht drin. Schade drum, das hätte durchaus was werden können.
5 von 10 Punkten (deutsche Version)
6 von 10 Punkten (Originalversion)