Will Ferrell hat es geschafft! Er gehört zur Creme de la Creme von Hollywood, die mit nur einem Film soviel Geld verdient, wie Normalbürger meist in ihrem ganzen Leben nicht: 20 Millionen Dollar (u.a. für "Bewitched"). Und das hätte wohl, noch vor einiger Zeit, niemand von ihm gedacht. Zwar war er mit seinem Partner Chris Kattan äußerst erfolgreich bei "Saturday Night Live" unterwegs, als tölpelhaftes Brüder-Duo Steve und Doug Butabi, doch das er mal wirklich soweit kommt, davon hätte wohl niemand geträumt. Leider muss man allerdings auch sagen, dass der begnadete Komiker in letzter Zeit keinen allzu guten Drehbuchgriff hat und schon mit der Kickerkomödie "Fußballfieber" (für die er übrigens auch 20 Millionen auf sein Konto verbuchen durfte) auf die Nase geflogen ist. Und auch "The Anchorman" macht da keinen Unterschied, der Qualitätsmäßig sogar noch weiter unten anzusiedeln ist. Denn "Anchorman - Die Legende von Rob Burgundy" ist eine ungemein laue Fernsehsatire, die sogar keine Lacher parat hat, nicht einmal Ferrell.
Dabei klingt die Geschichte eigentlich schon nach recht guten Satirestoff. Es geht um das Fernsehen der 70er-Jahre, als ein Nachrichtenmoderator noch eine große Berühmtheit war und bestimmte wo der Hase lang läuft. Rob Burgundy ist so ein Anchorman, der mit seinem Nachrichtenblock jedes Mal die Quoten abräumt. Eines Tages drängt sich allerdings eine Frau zwischen ihm und seinen Nachrichtenstuhl, eine Sache die in den 70ern gerade zu undenkbar war. Und somit nimmt der Geschlechterkampf seinen Lauf... Ja, was die Story angeht hat man wirklich so ziemlich an alles gedacht, was es aus der damaligen Zeit zu veräppeln gibt. Schräge, völlig überzogene Charaktere, verrückte Frisuren, blödsinnige Headlines, das sture Ablesen vom Teleprompter und vieles mehr. Man hat wirklich sehr viele Details von damals mit eingebracht und es hätte somit richtig schön werden können. Leider ist dem aber nicht so.
Denn der Satire fehlt es vor allem an zwei Dingen: Biss und guten Witzen. Nicht nur das die meisten Jokes mehr als Zahnlos daherkommen, so sind sie des öfteren auch einfach nicht witzig. Wenn sich Rob und seine Kontrahentin z. Bsp. blödsinnige Schimpfnamen an den Kopf werfen, wenn Rob seine Schreikrämpfe bekommt oder seine Kollegen eine üble Machotour nach der anderen durchziehen, dann kommt das meist einfach nicht besonders komisch daher, sondern schlicht und einfach übertrieben, platt und dämlich. Dazu Jokes wie das Wegkicken eines Hundes, die Prügeleien einer ganzen Bande von Nachrichtensprechern (darunter u.a. Luke Wilson, Tim Robbins und Ben Stiller in Kurz-Cameos), sowie das Abtrennen unterschiedlicher Gliedmaßen. Der Film setzt einfach auf einen blöderen Witz nach dem anderen, die aber in ihrer Präsentation und im Zusammenhang einfach nicht zünden wollen und völlig ohne Substanz daherkommen. Etwas weniger Schwachsinn und etwas mehr tiefgängigere Jokes wären hier sicher doch mehr gewesen.
Dazu kommt auch das völlig misslungene Schauspiel der Hauptdarsteller. So sehr ich Will Ferrell eigentlich als Komiker schätze, hier verschenkt er sich leider völlig in seiner dämlichen Rolle, die er zu keinem Moment komisch rüberbringen kann. Eher geht er einem, mit seinem ständigen Gekeifere und Rumgedöse, schnell auf die Nerven und neigt nicht nur einmal zum Overcasting. Dazu eine ganz, ganz schwache Christina Applegate, die hier weit von der Qualität ihrer Darstellung der dumpfbackigen Kelly Bundy entfernt ist. Und auch alle anderen Darsteller, darunter einige andere bekannte Namen wie eben z. Bsp. Luke Wilson, Ben Stiller, Tim Robbins oder auch Steve Carell, Fred Willard, Vince Vaughn und Danny Trejo können nicht überzeugen. Schade drum!
Fazit: Ganz schwache Komödie aus der Dreamworks-Schmiede, die zwar storymäßig durchaus das Potenzial zum Comedy-Hit gehabt hätte, aber aufgrund ihrer lauen Gags, sowie der schwachen Performance der Darsteller, schnell wieder im Erdboden versinkt. Die zig Millionen Dollar, die Ferrell sicher auch für diesen Film eingestrichen hat, sind jedenfalls alles andere als verdient und man kann nur hoffen, dass er mit seinen nächsten Filmen wieder etwas mehr Glück hat. Manchmal sind die Filme, bei denen man als Star nicht so drastisch viel verdient, eben doch die Besseren!
Wertung: 3/10 Punkte