Was, ich sollte mir einen Tanzfilm ansehen, noch dazu mit einem Darstellertrio, das mir überhaupt nicht behagt? Widerwillig musste ich mir dann wegen meiner Freundin diesen Film ansehen und was soll ich sagen?
Danke, meine liebste Susanne, das du mich zu diesem Filmgenuss überredet hast. Noch nie wurde ich von einem Film, der im Mittelpunkt die Musik- und Tanzeinlagen hat, so blendend unterhalten.
Richard Gere spielt einen Anwalt, der zwar im Prinzip alles hat ( Familie, Haus, Geld, Job ), aber trotzdem nicht glücklich ist, weil ihm das besondere fehlt. Das glaubt er zu finden in einer Tanzschule, bei der er sich auch gleich anmeldet und am selben Abend auch beginnt. Da er vorher bereits einige male die Angestellte der Tanzschule ( Jennifer Lopez ) beobachtet hat, ist er fasziniert von ihrer Ausstrahlung, Grazie und ihrem ohne Frage hervorragenden Können als Tänzerin.
Mit der Zeit kommt er immer öfter auch immer später nach Hause, so das seine Frau ( Susan Sarandon ) glaubt, das ihr Mann eine Affäre hat und sie daraufhin einen Privatdetektiv engagiert.
Daraus entwickelt sich nun eine Reihenfolge von Szenen, die vor Dialogwitz und Situationskomik sprühen, mit superb gespielten Tanzszenen und ergreifender Tragik sich aber auch abwechseln ( der Tanzwettbewerb ziemlich am Schluss ).
Der Regisseur Peter Chelsom hat nach "Weil es dich gibt" und "The Mighty" es wieder geschafft, eine Geschichte zu erzählen, die einen sofort in seinen Bann zieht und einem die Charaktere sofort sympathisch macht und die einen an´s Herz wachsen.
Ausser den Hauptdarstellern sind es die Nebendarsteller, die zu dem absolut gelungenen Gesamtbild beitragen.
Da sind zu einem der Arbeitskollege vom Anwalt ( gespielt von einem grandiosen Stanley Tucci ), der seine Leidenschaft für das Tanzen geheim halten muss, um sein hartes Image als Footballfan nicht zu gefährden, das er aber hasst wie die Pest. Wenn er mit langer Perücke und überdosierter Bräunungscreme sein schütteres Haupthaar und die blasse Haut überdeckt, um damit als Lateinamerikaner junge Mädels zu beeindrucken und sie dann aufreissen will, so sind diese Szenen zwar zum kaputtlachen ( die Mimik und Gestik von Tucci ist fabelhaft ) , aber haben auch was tragisches an sich.
Dann der Privatdetektiv ( Richard Jenkins ), der über den schlechten Stil von anderen spricht, aber selber Essmanieren wie ein altes Schwein hat. Einfach köstlich, diese Szenen.
Der Soundtrack wechselt sich ab von Klassikern bis zu aktuellen Sachen ( Ja Rule mit einem Cameo ), die Tänze von Tango, Walzer über Rumba und ChaChaCha ( schreibt man das so?) animieren einen richtig, auch Tanzunterricht zu nehmen.
Fazit:
Hatte ich vorher ein schwermütiges Drama mit Herzschmerz erwartet, so bekam ich ein vor Lebenslust quellendes Schauspiel geboten, das mich die ganze Zeit komplett fesselte.
Ich hätte NIEMALS gedacht, das mich ein Tanzfilm mit diesem Darstellertrio so überwältigen würde, aber durch das alles bis auf´s i-Tüpfelchen passende Gesamtbild vergebe ich die Höchstzahl von 10.
Komisch, ich denk an den Film, und schon fangen meine Füsse zu wippen an ( ich bin Nichttänzer, aber wer weiss, nach diesem Film ...).