Review

Diamantenfieberrausch


„White Fire“ ist feinster Eurotrash wie er schon lange nicht mehr gemacht wird oder überhaupt denkbar ist - ein Geschwisterpaar (und irgendwie auch ein bizarres Liebespaar o_O) muss durch ihre Expertise im Diamantenraub einem tödlichen Megaklunker hinterherjagen, auf den es natürlich auch noch einige andere Lager und Ganoven abgesehen haben. So beginnt eine sinnlose und unübersichtliche Hetzjagd, die kaum nach klassischen Filmbewertungen einzustufen ist. 

Made In (a) Turkey

Was ein Schmarn - aber cooler Schmarn! Zwischen Schnäuzern, Kettensägenkungfu und Inzest geht hier oft genug die Lutzi ab. Nicht immer kohärent oder logisch, nicht selten sogar sprunghaft, chaotisch und bescheuert. Aber das ist hier Teil des Wir-geben-kein-F*ck-Konzepts. Vom Gesamtbild, der Geschichte oder einzelnen Figuren bzw. deren Innerem wird nichts hängen bleiben. Einzelne Momente, Augenblicke und WTF?!s dafür umso mehr. Hier gibt’s einfach Sachen, die glaubste nicht und siehste sonst auch nicht. Allein der Ohrwurm-Titeltrack, der immer genau zu den unpassendsten Augenblicken voll aufdreht, ist den Eintritt wert. Die Hauptdarstellerin ist heiss und zeigefreudig, ihr Filmbruder notgeil und schnurrbartschön, der wohl älteste „Teenager“ aller Zeiten. Italienischer Titel, französische Beteiligte, türkische Landschaften, außerirdisches Script. Bonkers und wirklich nur mit einigen Bieren und Betbrüdern gutierbar. Dann aber richtig! Bahnhofskino mit Unsinn, Dummheit und Chaos. Aber auch mit reichlich Entertainment! 

Fazit: bizarrster, wirrster Eurotrash zwischen Sommerurlaub, Ballermännern, nackten Karatekicks, brennendem Klunker und purem Unsinn. „White Fire“ kann (mit den richtigen Erwartungen) unfreiwillig mächtig Spaß machen. Selbst wenn ihn das noch lange nicht zu einem guten Film macht. 

Details
Ähnliche Filme