Ja, ab den 90ern blieb der sensationelle Erfolg mancher Mel Brooks Produktionen ja schon eher aus. Das Leben stinkt von 1991 konnte in Deutschland auch nur noch hochgerechnet 300.000 Leute ins Kino locken und anscheinend wurde es mal wieder Zeit für eine Filmparodie ala' Spaceballs. Nun stelle sich natürlich die Frage was man parodieren will und da sprang doch glatt der Kinohit Robin Hood mit Kevin Costner ins Auge.
"Das Leben stinkt" war an sich schon ein eher ungewöhnlicher Brooks-Film, mal mit weniger Klamauk und mehr Handlung. Was diesem Film damals an Klamauk fehlte findet sich wahrscheinlich doppelt und dreifach in "Helden in Strumpfhosen" wieder. Hier werden innerhalb weniger Minuten ganze Lachsalven gezündet, die manchmal ins Schwarze treffen und manchmal halt nicht. Glücklicherweise hält sich die Waage positiv und so können viele Gags wirklich zum lachen bringen. Sympathieträger des Films ist Cary Elwes, der eine ungewöhnlich liebevolle Darstellung des Robin Hoods gibt. Daneben seine treuen Gehilfen Blinzler (Ein Blinder, da schmunzelt man schon beim eigentlichen Namen), der farbige Hatschi und noch ein paar andere, darunter ein menschlicher Schrank und ein lässiger Messerwerfer.
Wahrlich hat der Film sehr lustige Sachen zu bieten, aber Brooks übertreibt beim munteren Treiben mitunter leider etwas. So verliert sich der Film besonders gegen Ende meistens in Selbstzitaten rund um ältere Brooks-Werke und die Witze wiederholen sich mitunter auch. Und der in die Jahre gekommene Slapstick will sich auch nicht mehr so richtig entfalten. Dabei tritt Brooks hier mal nicht in einer Hauptrolle auf, sondern tritt nur als der beschneidene Rabbi ins Rampenlicht, der vielleicht gerademal zwei Szenen sein Eigen nennen kann. Und solche Charaktere wie Brumdildo (Warum auch nicht?) nerven auch mal nach gefühlten 1 1/2 Stunden. Aber Brooks hat ja nun nicht wirklich sein Gefühl für Witze Marke Tränenlachen verloren, nur das Zeitgefühl scheint ihm abhanden gekommen zu sein. Manchmal kommt man aus dem schmunzeln / lachen gar nicht mehr raus und dann gibt es ein, zwei Stellen wo man schon mal auf Klo gehen kann.
Aber letzendlich ist auch dieser Film irgendwo ein typischer Brooks. Einige Zitate halten sich auch Wochen nach anschauen des Films in der Birne (Ich sag nur Freddy Krueger) und das Potenzial für eine gelungene Komödie hat der Film eh. An frühere Werke kommt das alles zwar nicht zwingend ran, aber was solls...
Fazit
Nicht der beste Brooks, aber immerhin eine muntere Sammelstelle an erinnerungswürdigen Witzen und Gags. Fürs auspannen genau richtig.
7,5 / 10