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Mit den "Rambo"-Filmen wurde das gleiche durchgezogen, wie mit den "Rocky"-Filmen. Nach einem guten Original folgten Fortsetzungen, die den Ruf des Vorgängers in den Dreck zogen. Ironischerweise ist in beiden Filmreihen der Hauptdarsteller Sylvester Stallone (Demolition Man). Bei den "Rocky"-Filmen war Stallone auch sogar noch größtenteils für das Fiasko verantwortlich, da er bei einigen Teilen selber Regie führte. Doch bei "Rambo 2" trifft Stallone weniger die Schuld.

Um dem Knastleben zu entfliehen, nimmt John Rambo (Sylvester Stallone) einen Auftrag an und kehrt nach zehn Jahren nach Vietnam zurück, um inhaftierte US-Soldaten zu befreien. Leider spielen seine Auftragsgeber nicht so mit, wie der treudoofe Rambo das gedacht hatte. Und so wird er zusammen mit einer Vietnamesen-Bitch (Julia Nickson-Soul) im vietnamesischen Geäst zurückgelassen. Und dann tanzen auch noch neben ein paar sadistischen Vietnamesen die bösen Russen an, um Rambo bei den Eiern zu packen.

Spielte Stallone im Original noch einen traumatisierten Vietnam-Veteranen, so wird er hier zu unkaputtbaren Zerstörungs-Maschine, und somit zu einem austauschbaren Action-Held. Richard Crenna (Jade) stampft mal wieder knurrig durch die Gegend und lobt Rambo weiterhin in den höchsten Tönen. Mit der Zeit kann der Typ einem dadurch richtig auf die Nüsse gehen. Als Bösewicht bekommt man mit Steven Berkoff (Fair Game) nun den bösen Klischee-Russen vorgesetzt und mit Julia Nickson-Soul (Sidekicks) wurde Rambo mal eine weibliche Partnerin zur Seite gestellt, die aber keine lange Lebensdauer hat. Dann läuft auch noch Martin Kove (Der Jaguar), das Fallobst aus den "Karate Kid"-Filmen, durchs Bild.

Bei der Äktschen kann man in "Rambo 2" wahrhaft nicht meckern, denn es wird geballert, gebombt und gemeuchelt, dass es eine wahre Freude sein könnte. Wie gesagt: Könnte! Doch wie so oft macht der kotzende Patriotismus der Amis einen akzeptablen Action-Kracher zur Sau. Rambo selbst lässt mit "Ich will doch nur von meinem Vaterland so geliebt werden wie ich es liebe" einen der peinlichsten Sprüche der Filmgeschichte ab, der nur noch durch den Spruch eines Soldaten in "Wir waren Helden", der stolz für sein Vaterland abkratzt, getoppt wird. Nicht erst seit dem 11.09.2001 sind die Amerikaner auf dem "Auge um Auge"-Trip, was man hier deutlich sieht. Spätestens die Foltebilder aus dem Irak, auf denen sich US-Soldaten genauso sadistisch verhalten wie Saddams Schlächter vor ihnen, haben gezeigt, wie dünn die Zivilisationshaut über dem Neandertaler spannt. In der ungeschnittenen Fassung von "Rambo 2" wird ebenso brutal gefoltert. Würde mal gerne wissen, wie ein eventueller, vierter "Rambo"-Film aussehen würde. Vermutlich würde Rambo gefangene GI's im Irak befreien oder seine Rente als Folter-Meister in Abu Ghraib aufbessern.

Doch kurz zurück zur Action. Denn die hat Regisseur George Pan Cosmatos (City Cobra) gut in Szene gesetzt und Rambo murkst rund 62 Menschen ab, was wesentlich mehr als im Original ist. Dabei bedient sich Rambo einem großen Waffenarsenal. Neben dem bekannten Überlebensmesser kommen auch die AK-47 und das M60 zum Einsatz. Eine Gute Idee ist auch der Bogen mit den Sprengkopf-Pfeilen. Solch eine Waffe wurde danach auch in anderen Action-Movies wie "The Punisher", "Elektra" und "Crying Freeman" benutzt, nur halt ohne Sprengköpfe.

Von der Action her ist "Rambo 2" ein ordentlicher Film, aber als Gesamtprodukt ist er nur ein weiterer mit ekelhaftem US-Patriotismus beschmutzter Actioner. Da gucke ich mir doch lieber "Phantom Kommando" oder "Universal Soldier" an.

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