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Vordergründig ist Rambo 2 ein revanchistisches Machwerk, das sich zumindest filmisch an den Russen für die Niederlage in Vietnam rächt. Dabei wird in Rambo 2 kein Russenklischee ausgelassen und die bösen Buben werden von vorne bis hinten als böse und durchtrieben dargestellt, die es verdienen, bestraft und in die Luft gesprengt zu werden, und sei es nur dafür, dass sie die Strafgefangenen aus dem Vietnamkrieg seit Jahr(zehnt)en aus purer Boshaftigkeit foltern. Ziemlich sinnlose Handlung mag man meinen.
Dabei bekommt der Vietkong auch sein Fett weg,kann ja kein gutes Volk, das sich gegen Coca Cola entschied. Die einzigen guten Vietnamesen sind die Collaborateure mit den Amis, im Volksmund würde man diese als Hochverräter bezeichnen, und/oder beginnen eine sanfte Romanze mit Rambo, welche natürlich auch tragisch enden muß, da Rambo als rachsüchtiger, noch revanchistischerer, amerikanischer Rachegott so zu absoluter Höchstform auflaufen kann.
Vordergründig ist die Action platt und sehr gut gemacht, manchmal wird auch mal einfach die Logik beiseite geschoben.
Vordergründig funktioniert der Film auf einfachster emotionaler Ebene und man ist als jugendlicher Mann genau die Zielgruppe, an die sich der Film richtet, und kommt nicht mehr aus dem Zurückspulen der Videokassette heraus, nur um in der zigsten Wiederholung zu sehen, wie der böse Vietkong mit einem explosiven Pfeil in die Luft gesprengt wird.
Vordergründig ist der Film eine einzige Gewaltorgie.

Hintergründig ist die Geschichte auch nicht groß anders, aber es gibt ein klitzekleines Detail, was den Film vor der Mülltonne rettet: Die laute Kritik am amerikanischen Staat aus dem ersten Teil ist noch nicht ganz verebbt.
Rambo wird von der Regierung nur zu einer Erkundungsmission geschickt in ein scheinbar leerstehendes Lager, um der Öffentlichkeit sagen zu können, dass niemand mehr in Vietnam gefangen gehalten wird.
Dass dort tatsächlich Gefangene sind, ist purer Zufall und spielt den Verantwortlichen in den hohen Positionen gegen die Pläne. Auch wirkt es sehr lange Zeit so, als würde man Rambo nur dorthin schicken, in der Hoffnung, ihn vielleicht auf der Mission zu verlieren, was ja voll die Schande wäre, nicht wahr.
Auch als Rambo auf eigene Faust seine kameraden rettet, läßt ihn seine Regierung im Stich und er muß seine Kumpels im Alleingang retten.

Rambo 2 ist insofern ein revanchistischer Film, gespickt mit gekränktem Patriotismus, aber er geht nicht so weit, die eigene Regierung hoch zu preisen. Auch hier behält es sich Rambo, sein ambivalentes Verhältnis aufrecht zu erhalten: Er macht ganz klar deutlich, dass die regierung noch einiges gut zu machen hat, bevor er sich mit ihr versöhnen würde.

Der Film ist nicht halb so gut wie Rambo 1, Stallone spielt nicht halb so überzeugend, eher gelangweilt. Dennoch es ist ein typischer 80er Kracher mit netten Action-Szenen und einem überlebensgroßen Protagonisten, gerade an der Schwelle zum Trash, aber keine Sorge: Es gibt ja noch einen Teil....

7 Punkte

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