Review

Drei Jahre nach dem ersten Teil ist Rambo nun zurück und zwar viel explosiver als im Erstling. Während er damals noch der gebrochnene Antiheld war, ist er nun eine grimmig dreinblickende Kampfmachine, welche nun in Vietnam richtig aufräumt. Das Drehbuch stammt eigentlich von James Cameron, doch dieses hat Sylvester Stallone nicht gefallen, also schrieb er es in Eigenregie um und man sieht, er hat gute Arbeit geleistet. Die Story selber jedoch stammt von Kevin Jarre. Als Regiesseur holte man den Italiener George Pan Cosmatos, welcher auch später " Cobra " mit Stallone drehte. Cosmatos hstte Erfahrung mit Actionfilmen und vor allem mit Vietnamfilmen, wie man hier deutlich sieht. Produziert wurde das reaktionäre Werk wieder von Mario Kassar und Andrew Vajna, welches diesmal ein bombastisches Budget zur Verfügung stellten. Und dieses sieht man dem Film an. Außerdem war er mit " Rambo 3 " einer der erfolgreichsten Filme mit Stallone im Kino. Außer " Rocky 4 " später, kam keiner seiner Filme nicht mal annähernd an diese Einspielergebnisse heran. Dies führte dazu, dass man in Teil 3 dann sogar noch eine Schippe drauflegte.

Inhalt:
Der Vietnamkrieg ist entgültig vorbei und Green Barret John Jay Rambo ist im Knast. Doch er wird von seinem Vorgesetzten Colonel Trautman wieder reaktiviert und soll im vietnamesischen Dschungel nach Kriegsgefangenen suchen. Hat er Erfolg wird er begnadigt. Als macht sich Ein Mann Armee Rambo auf den Weg und findet tatsächlich ein paar Gefangene. Doch der Leiter der Mission Murdock lässt Rambo im Stich und bricht die Mission ab. Rambo wird gefangengenommen, kann sich jedoch mit Hilfe der Einheimischen Co Bao befreien und beginnt einen gnadenlosen Krieg gegen die Vietnamesen und gegen Murdock.

Über die schwache Story muss man hinweg sehen, denn hier geht es nur um die Action. In den 80ern waren Vietnamfilme sehr beliebt und auch die Italiener lieferten einige Beiträge. Auch Chuck Norris mit " Missing in Action " lieferte 1984 ein ähnliches Plagiat ab, welches aber nicht mit Rambo 2 mithalten kann. Auch hier geht es um die Suche nach POWs ( Kriegsgefangenen ). Rambo soll einen Beweis liefern und jeder ist davon ausgegangen, dass er eh niemand findet, doch Rambo macht das Unmögliche eben möglich.
Wie auch schon im Erstling, welcher mittlerweile Kultstatus erreicht hat, bietet man wieder nur eine Laufzeit von gut 90 Minuten, wovon mindestens eine gute Stunde nur Action ist.

Der Vietnamactioner beginnt recht ruhig, Rambo wird rekrutiert von seinem Colonel Trautman. Die Beiden haben eine ganz besondere Beziehung zueinender, daher nennt Trautman Rambo immer " seinen Jungen". Rambo wird kurz gebrieft und wird dann ins Einsatzgebiet gefolgen, beim Absprung verhedert sich die Sicherheitsleine und Rambo verliert fast seine komplette Ausrüstung. Dort gelandet lernt er seine Kontaktperson Co Bao kennen und man kann schon fühlen wie es zwischen den Beiden knistert. Schließlich wird das Lager infiltriert und Rambo sichtet die Kriegsgefangenen, dann kann der Actionspass beginnen.

Rambo rettet eine Gefangenen, doch Murdock lässt die Mission abbrechen und Rambo gerät in Gefangenschaft, dort muss er einiges an Folter mit Strom, Schlägen und einem glühendem Messer über sich ergehen lassen. Doch Co Bao verhilft ihm zur Flucht, wird aber kurz darauf getötet und nu beginnt der echte Rachefeldzug.
Die Action ist wirklich spitzenmäßig, Rambo zersiebt oder verbrennt seine Gegner in Dutzenden und treibt den Bodycount in immer größere Höhen. Natürlich mit vielen blutigen Einschüssen. Auf Fights muss man fast komplett verzichten, außer mal ein kurzes Gerangel mit einem Feind, oder der Prügelei mit dem russischen Hünen im Hubschrauber. Die Explosionen sind bildschirmfüllend und vom Feinsten. Kein CGI, noch handgemacht, so etwas lässt sich heute stark vermissen. Die letzte Stunde des Films ist eh fast NonStop Action und der Genrefan kommt voll auf seine Kosten.
Natürlich ist der Film politisch unkorrekt und vor allem räaktionär, aber die Zuschauer fanden es trotzdem klasse. Nur die Kritiker waren davon nicht begeistert und die Ramboreihe genießt eh einen sehr zwiespältigen Ruf.

Regiesseur George Pan Cosmatos hat die Vietnamatmosphäre perfekt eingefangen. Er kann dem Dschungel sogar zum Teil etwas exotisches abgewinnen. Aber sonst ist es verregnet und stickig und das Lager ist dreckig, man kann die Krankheitserreger förmlich spüren.
Der zum Teil sehr heroische Sound stammt von Jerry Goldsmith. Diese Musik behielt man auch größtenteils im dritten Teil bei. Damit es nicht zu eintönig wird, hat man hier noch ein paar vietnamesische Klänge eingefügt. Der Sound ist auch hier klasse geworden, trotz all des Heldentums.
Ein bisschen peinlich dagegen wirkt Rambos Schlussdialog, als er sich über Vietnam auslässt. Aber dieser kleine Ausrutscher ist gut zu verkraften.

Kein anderer als Sylvester Stallone übernahm die Rolle des harten Veteranen. Im ersten Teil spielte er teils emotionell, hier ist davon fast nichts mehr übrig. Er ist ein harte Kampfmaschine und taut nur bei den Dialogen mit Co Bao etwas auf. Trotzdem ist er einfach die perfekte Besetzung für dieses Werk.
Charles Napier mimt den verräterischen Murdock, welcher Rambo im Stich lässt. Er ist ein echtes Arschloch im Film und man wünscht ihm förmlich den Tod.
Steven Berkoff darf den russischen Genaral Pedovsky spielen, welcher Rambo foltert und mit den Vietnamesen gemeinsame Sache macht. Auch ihm steht die Fieslingsrolle sehr gut.
Richard Crenna ist wieder Colonel Trautman, so etwas wie eine Vaterfigur für Rambo. Auch er ist in seiner Rolle gewohnt sympatisch.

Fazit:
Perfektes 80er Jahre Kino. Politisch unkorrekt, roh und reaktionär und nicht zu vergessen, brutal. Perfekte Action, sehr spannungsarm, aber blutig und 1A in Szene gesetzt. Tolle Kulisse plus heroischem Soundtrack, was will man mehr. Rambo 2 bietet brillante, anspruchslose Action und man muss ihn gesehen haben.

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