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In „Rambo II – Der Auftrag“ kehrt Sylvester Stallone als John J. zurück – mit sehr viel weniger Tiefgang, aber dafür einer geballten Ladung Action.
John J. Rambo (Sylvester Stallone) ist zu mehreren Jahren Knast und Arbeitseinsatz verurteilt worden. Doch die Erlösung kommt in Form seines alten Freundes Colonel Samuel Trautman (Richard Crenna): Er bietet Rambo Straffreiheit an – falls dieser sich erneut für einen Einsatz nach Vietnam begibt. Auch wenn noch ein leichter Wind vom ersten „Rambo“ zu spüren ist, so wird schnell klar, dass „Rambo II“ sehr viel weniger Tiefgang hat und von der Kritik und Dramatik des Originals nicht mehr viel geblieben ist.
Rambos Auftrag lautet nach Gefangenen in einem vietnamesischen Camp zu fahnden und eventuell Fotos zu machen, wie sein Vorgesetzter Marshall Murdock (Charles Napier) erklärt. Mit einiger Ausrüstung wird Rambo in einen Heli gesetzt und auf geht’s. Diese Zeit nutzt das Script um Rambo zu überharten Burschen zu stilisieren, was vor allem durch Trautmans Sprüche getan wird („Was sie als Hölle bezeichnen, nennt er sein zu Hause“). Vom kaputten und traumatisierten Veteranen aus Teil eins ist wenig übrig, aber das stahlharte Image wird im Film noch weiter gefeiert.

Nach einem leicht missglückten Fallschirmsprung (der größte Teil der Ausrüstung geht flöten), trifft sich Rambo mit seiner Führerin Co Bao (Julia Nickson-Soul), die ihn zum Lager bringt. Äußerlich ist nichts zu erkennen, aber bei einem Einbruch kann Rambo Gefangene entdecken und einen davon befreien. Allerdings scheut Murdock die Verantwortung und lässt Rambo im Dschungel zurück. Dieser muss auf sich allein gestellt gegen den Vietkong kämpfen...
Bei „Rambo II“ ist alles auf Action ausgelegt, was sich auch bei dem Team bemerkbar macht. Das Script schrieben nämlich Sylvester Stallone und James Cameron, der als Regisseur schon Highlights wie „Terminator“ und „True Lies“ verantwortete. Bei den Produzenten handelt es sich um Buzz Feitshans („Total Recall“), Andrew Vajna („Stirb langsam – Jetzt erst recht“) und Mario Kassar („Cliffhanger“). Den Schnitt erledigte „The Punisher“ Regisseur Mark Goldblatt.
Der Plot ist zwar nicht hochspannend , aber doch sehr kurzweilig geraten. Zwar läuft der Film bald auf die große Konfrontation am Ende hinaus, aber dennoch wird man sich in dem etwas mehr als 90 Minuten (zumindest als Actionfan) nicht langweilen. Die einzige überraschende Wendung bleibt zwar das im Stich lassen Rambos, aber bei einem derartigen 80er Jahre Actioner erwartet man kaum Komplexität. Von Heldenverehrung und amerikanischem Stolz gar nicht zu sprechen...

Actionmäßig sticht vor allem das Finale raus, in dem Rambo so gut wie alles abräumt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Dabei besteht die Action aus bleihaltigen Shoot-Outs mit Automatikwaffen, Rambos Guerillataktiken, bei denen er sich die Gegner einzeln mit Messer oder Bogen vornimmt und einer geballten Ladung Helikopteraction. Dem Fan wird also ein Fest an Pyrotechnik und Geballer geboten, während Mainstreamfans sich wohl kaum erwärmen dürften.
Sylvester Stallone hat in „Rambo II“ kaum etwas zu spielen; seine Leistung besteht vor allem darin möglichst viele Gegner in die ewigen Jagdgründe zu schicken und dabei wütend aus der Wäsche zu gucken. Seine Filmpartnerin Julia Nickson-Soul spielt da schon überzeugender sowie Richard Crenna seine Paraderolle cool wie immer durchzieht. Die meisten anderen Darsteller sind kaum zu sehen und spielen auch bestenfalls routiniert.

„Rambo II“ bietet eine gewaltige Actionorgie für Genrefans – platt, laut, aber sehr unterhaltsam.

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