Review
von Leimbacher-Mario
Rambo, die Killermaschine / Keine Gefangenen
Während Teil 1 neben noch einigermaßen realistischer Action vor allem einen psychologischen Schwerpunkt setzt, sind ab diesem Auftrag in der grünen Hölle, die Rambo sein zu Hause nennt, alle Zeichen auf Blei gestellt. Er bekommt die Mission Gefangene zu befreien, obwohl die Auftraggeber eigentlich wissen, dass dies wohl nicht nur ein Selbstmordkommando ist, sondern dort eigentlich auch gar keine amerikanischen Gefangen sein dürften. Aber Rambo macht das Unmögliche möglich & als Ein-Mann-Armee den Dschungel dem Erdboden gleich!
"Rambo - Teil 2: Der Auftrag" ist einer DER Actiongranaten schlechthin, lange Zeit sogar verboten in Deutschland. Absolut unverständlich bei solch übertriebener, unrealistischer & einfach nur spaßig anzusehender Kriegsaction. Natürlich wird hier Krieg & Gewalt eher gefeiert als kritisiert - aber schlimm, brutal oder verstörend ist das nicht im Ansatz. Es ist ein reiner Actionfilm, ein Kind der plakativen, flachen, geilen 80er & Rambo zieht alle Register seines todbringenden Können. Einzig & allein der obrige Befehlsapparat samt seiner Lügen & Himmelfahrtskommandos wird kritisiert - aber von solchen dramatischen Höhe wie Teil 1 hält sich dieser Teil genauso wie Teil 3 fern. Dafür strahlt das Grün des Dschungels heller denn je & die dunklen Töne des Originals sind allesamt hellem, pompösen Trara gewichen. Beides hat was, aber die Unterschiede sind gerade im direkten Vergleich drastisch & innerhalb von 3 Jahren fix entstanden.
Teilweise mit überstrahlendem Weichzeichner, metzelt sich John von einem Camp zum nächsten, zwischendurch blitzt sogar ein Schuss Urwald-Romantik hindurch. Das er so gut wie unkaputtbar erscheint & man sich nie wirklich Sorgen um ihn macht, ist ärgerlich, aber nicht zu ändern. Die Explosionspfeile, ein unerreichter Bodycount & eine heute undenkbare, CGI-freie Art, lassen Sylvester Stallone, in der körperlichen Form seines Lebens, aufblühen. Auch wenn er das Overacting scheinbar immer noch versucht zu perfektionieren - mal ist sein Arm anscheinend gebrochen & halb ab, im nächsten Moment kommt problemlos die Judorolle auf dem matschigen Boden - herrlich! Wenn man es schafft den Anspruch des ersten Teils komplett mit dem Gehirn bei der Playtaste abzugeben, hat man hier eventuell sogar mehr Spaß als beim Original. Ein ernstzunehmend guter Film könnte aber kaum weiter entfernt sein.
Fazit: übertriebenes, aber ungeheuer spaßiges Actionkino, was nie bleihaltiger wurde. Ein kitschiger Höhepunkte der 80er-Action-Romantiker. Let's get ready to Rambooo in the djungleeeee!