Eigentlich bin ich ein grosser Fan des 80er-Jahre-Actionkinos und endlich hatte ich die Möglichkeit, mir den wohl bekanntesten Vertreter dieser Gattung anzusehen: Rambo 2, seinerzeit als Verarbeitung des amerikanischen Vietnamtraumas verspottet, heute fast kultig.
Dieses Machwerk mit dem genialen ersten Teil zu vergleichen ist schon mal überflüssig, da von dem gebrochenen Helden, der seinen inneren Frieden sucht, nichts mehr zu sehen ist. Stattdessen mutiert die Figur hier zu einer unkaputtbaren Kampfmaschine, die in der letzten halben Stunde alle Feinde Amerikas ersticht, abknallt und die Luft sprengt. Ein ähnlicher Ein-Mann-Feldzug wurde im selben Kinojahr auch von einem gewissen Arnie in "Phantom Kommando" gestartet, mit dem kleinen Unterschied, dass sich dieser selbst zu keiner Sekunde ernstnahm. Hier allerdings dürfen uns am Ende sogar noch über eine mehr als fragwürdige Moral freuen:"Ich will doch nur von meinem Vaterland so geliebt werden wie ich es liebe", sagt Rambo nach getaner Arbeit. Wenn das eine wirklich ernstgemeinte Botschaft darstellen sollte, dann waren die Hähme wohl mehr als gerechtfertigt.
Aber egal, denn letztenendes zählt doch nur der Spass an möglichst vielen Explosionen und noch mehr hirnlosem Geballer - und davon gibts in besagter letzten halben Stunde reichlich. Besonders witzig: Sly`s Duell mit dem Vietcong-Anführer (was man mit einem Bogen so alles anstellen kann *G*) und die Hubschrauber-Sequenz ("So erledige ich einen Apache mit einer Panzerfaust"). Spassfaktor 100%!
Leider muss sich der Zuschauer vorher noch über eine Stunde durch eine grottenlangweilige Pseudohandlung quälen, in der sich unser Held sogar in eine Vietnamesin verlieben darf, die aber später auch dran glauben muss. Ach ja, von seinen Vorgesetzten wird er auch noch im Stich gelassen, nachdem er entgegen seiner Befehle einen amerikanischen Kriegsgefangenen befreit hatte, wird vom Vietcong gefangengenommen und muss sich dann auch noch von bösen Russen(!) foltern lassen - kein Feindbild wird hier ausgelassen. Finde ich offen gesagt wenig unterhaltsam.
Ein toller Showdown reicht nicht aus, um die allzu offensichtliche politische Motivation der Macher und die langweilige Handlung zu übertünchen.
4/10