Ein sonderlich inspirierter Regisseur war John Badham nie, mehr ein guter Handwerker, aber „Auf die harte Tour“ ist wirklich gelungen.
In New York geht der so genannte Partycrasher (Stephen Lang) um: Ein Killer, der seine Morde vorher telefonisch ankündigt, und anschließend auf Partys Menschen erschießt, um dann in der entstehenden Panik zu entkommen. Doch der harte Cop John Moss (James Woods) ist auf seiner Fährte. Moss ist dabei der harte Knochen, den James Woods schon in Filmen wie „Der Cop“ oder „Best Seller“ spielte, und gerade das wirkt später im Film komisch – ähnlich wie Bruce Willis in „Keine halben Sachen“ eine ähnliche Rolle wie sonst spielt und gerade dies den Film witzig machte.
Nick Lang (Michael J. Fox) residiert als großer Hollywoodstar in Los Angeles, seine Filme spielen Millionen, aber Nick möchte einen Charakter mit Tiefe spielen. Eine besondere Coprolle interessiert ihn – doch man möchte Mel Gibson für den Part (ein Seitenhieb auf „Lethal Weapon“?). Nick ist dabei aber so verzogen und weich, dass schon die Vorstellung ihn als harten Cop zu sehen für Schmunzler sorgt.
Nick ist jedoch versessen den Castingdirektor durch Method Acting zu überzeugen. Als Partner hat er sich John ausgesucht, der ihn auf Anhieb nicht ausstehen kann. Doch vom Chef gezwungen nimmt John ihn mit...
„Auf die harte Tour“ ist vielleicht kein Überflieger im Bereich des Buddymovies, doch ziemlich fetziges Genre-Entertainment. Die Action kommt dabei etwas kurz, die Verfolgungsjagd zum Auftakt ist an sich schon am spektakulärsten, doch die Schauwerte sind auch sonst gut. Ein paar weitere Verfolgungsjagden (eine mit einem sich überschlagenden Auto), kurze Auseinandersetzungen mit Faust oder Pistole und zum Schluss eine waghalsige, aber etwas zu lange Kletterpartie. Alles handwerklich solide, aber noch ohne echte Überfliegerqualitäten.
Im Plotbereich wird hingegen Standardware geboten, die beiden Partner können sich vorerst nicht riechen (hier sogar überraschend lange nicht), doch gemeinsam ausgestandene Gefahren schweißen zusammen. Dabei tritt der Partycrasher in der Mitte in den Hintergrund, John ermittelt zwar etwas und kommt ihm auf die Spur, doch in der Mitte dominiert der Streit der beiden Buddys. Erst gegen Ende kommt es dann zum Abschluss von Fall und Film, großartige Twists, abgesehen von ein paar Verwechselungen, darf man nicht erwarten. Auch das Motiv des Killers ist Standard und an sich schon in der Auftaktszene erkennbar. Doch Badham hat den Fuß ständig auf dem Gas, in der Mitte gibt es kleine Längen, doch für eine Spielzeit von ca. 105 Minuten ist „Auf die harte Tour“ ziemlich kurzweilig.
Dies liegt vor allem an der Comedy, die teilweise überraschend scharfsinnig ist. John und Nick diskutieren über die Hollywoodklischees, dabei ist „Auf die harte Tour“ an Stereotypen nicht gerade arm. Auch die eingeflochtene Werbung für Nicks „Smoking Gunn“-Filme ist sehr witzig (eine Mischung aus Detektivgeschichte und Indy Jones) sowie die Momente, in denen Nicks Stargebaren auf die Schippe genommen wird. Nick kaspert, macht John nach bis dieser wütend wird, während John gerade durch seine coole Machoart komisch wirkt. Er drischt Rowdies in einer Pizzeria zusammen, beschwert sich über Nick, der wiederum mit seiner Imitation des Machogehabes lächerlich wirkt. Auch sehr schön die Gags, wenn der geschiedene John von Nicks Tipps für den Umgang mit seiner neuen Herzensdame bekommt, Nick in einer Szene sogar darauf besteht, dass John mit ihm so wie mit Susan (Annabella Sciorra) redet – was auf den Barmann so wirkt, als wären die beiden schwul.
Da hilft auch die Spielfreude beider Hauptdarsteller ungemein, vor allem Michael J. Fox ist sich für Selbstironie nie zu schade. James Woods spielt seine Paraderolle, hier halt in gänzlich anderem Kontext, aber macht seine Sache gerade dadurch wunderbar. Stephen Lang als Bösewicht ist wenig einprägsam, Delroy Lindo als Polizeichef dafür umso mehr. LL Cool J und Luis Guzman erbringen als Johns Kollegen gute Leistungen, Annabella Sciorra überzeugt als resolute Freundin Johns und in einer kleinen Rolle ist Christina Ricci als ihre Tochter zu sehen.
Referenzklasse hat „Auf die harte Tour“ aufgrund des Standardplots und der etwas unspektakulären Actioneinlagen nicht, aber die vorhandenen Schauwerte sind trotzdem nett, der Film hat Tempo und vor allem die Gags zünden immer wieder, sodass sich Freunde des Buddymovies gut unterhalten fühlen dürfen.