Review

"Der Greifer" ist ein herrlich "schmissger" deutscher Kriminalfilm aus den Kindertagen des Tonfilms und ganz auf seinen Hauptdarsteller Hans Albers zugeschnitten. Ich könnte mich an dieser Stelle der grandiosen Kritik von "Intergalactic Ape-Man" in weiten Teilen anschließen [diese ist unbedingt lesenswert], möchte aber noch ein paar persönliche Eindrücke hier hinzufügen.

Als erklärter Hans-Albers-Fan war ich schon seit längerem gespannt, dessen ersten Tonfilm sehen zu können. Dank der Filmjuwelen-Edition war dies nun möglich. Und... ich war nicht enttäuscht. "Der Greifer" ist unterhaltsam, stellenweise recht actionbetont und bietet am Ende einen "überraschenden" Täter, der vom Sergeanten Harry Cross dingfest gemacht werden kann.

Damit ist jetzt noch nicht zu viel verraten, denn dass der sympathische Londoner Polizist am Ende erfolgreich sein wird und den mysteriösen "Messer-Jack" gefangen und die 1000 Pfund Belohnung in Empfang nehmen wird, ist dem Zuschauer eigentlich schon zu Beginn klar. Grundlage der Kriminalhandlung sind dreiste Überfälle einer Bande auf gut situierte Londoner Gesellschaften. Dabei kommt es auch zu Morden (eher als "Colleteralschäden"). Die Spur führt in einen Nachtclub mit anhänglichem Varieté, der spätere Ort für die notwendigen Gesangs- und Tanzeinlagen. Dort findet auch eine der beeindruckensten Actionsequenzen des Films (insbesondere gedenk der damaligen Filmtechniken) statt.

Die Schauspieler agieren gut gelaunt und haben, wie es scheint, zum größten Teil den Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm gut hinbekommen. Allen voran glänzt Hans Albers als temperamentvoller Sergeant Harry Cross, um den sich immer wieder alle Handlungsfäden drehen. Er macht übrigens hier auch als singender Clown eine gute Figur. Auch die Antagonisten können überzeugen. Die Kampfszenen sind gut choreographiert und spannend zu verfolgen. Hier lässt sich ein Lob an Regisseur Richard Eichberg einfügen, der diesen Film realisiert hat.

In der mir vorliegenden Fassung gibt es leider bedingt durch das Alter ein paar Sprünge, da fehlen augenscheinlich einige Sequenzen, auch sind einige Szenen nicht mehr "lichtsicher" (d.h. die Helligkeit wechselt, was schade ist, da man doch damals gerade mit dem Licht besonders gut umgegangen ist). Aber man ist dennoch dankbar, dass ein Großteil des Films gerettet und in dieser Edition der interessierten Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wurde.

Diese Öffentlichkeit wünscht man sich ruhig ein wenig größer - ich denke kein Cineast wird es bereuen, wenn er sich diese frühe Tonfilmperle besorgt und sie am heutigen "familiären Lagerfeuer" (im Fernsehen) genießt.

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