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6 Gangster werden für einen Raubüberfall angeheuert. Als der Coup jedoch misslingt, da die Polizisten bereits auf die Verbrecher gewartet haben, misstrauen sich die Ganoven gegenseitig und suchen mit aller Brutalität den Verräter in ihren Reihen, als 4 von ihnen wieder beim vereinbarten Treffpunkt ankommen. Zu allem Überfluss ist einer von ihnen schwer verwundet und ein anderer bringt einen Polizisten, den er als Geisel genommen hat mit zum Treffpunkt.

Dies ist also das erste Werk von Kult-Regisseur Quentin Tarantino. Einmal mehr überschlagen sich die Kritiker und Fans förmlich, auch, wenn sie nur den Namen Tarantino hören und einmal mehr kann ich den Hype um Tarantinos Werk überhaupt nicht verstehen. Ich kann keinen seiner Film wirklich leiden und kann bis heute nicht verstehen, wie Tarantino, der selbst zugibt, nichts als Schund zu machen mit solchen Filmen zum Kult-Regisseur avancieren konnte. Aber von vorn:

Die Story ist wie bei jedem Tarantino-Film sehr flach und überschaubar. Es gibt ein paar überraschende Wendungen, vor allem beim Finale. Die Charaktere haben natürlich kaum Tiefe, sind aber für den Film solide konstruiert. Selbstverständlich gibt es einmal mehr die absolut sinnfreien Tarantino-Dialoge beispielsweise über Trinkgelder, die mich persönlich sehr stören, da sie die Handlung furchtbar ausbremsen. Wie bei "Pulp fiction" baut er in seinen Film Zeitsprünge ein, wobei auch die Rückblenden dem Film die Fahrt nehmen. Alles in allem ist die Story solide und typisch für Tarantino.

Bereits in der ersten Szene diskutieren die knallharten Gangster darüber, ob sie einer Kellnerin nun Trinkgeld geben wollen, oder nicht und Tarantino legt das niedrige Niveau des Film früh fest. Der Mittelteil ist stellenweise amüsant, wird sogar teilweise spannend, doch immer, wenn der Film endlich an Fahrt zu gewinnen scheint, kommt wieder eine dämliche und überflüssige Rückblende, die den Film wieder komplett ausbremst. Das Finale ist zugegebenermaßen überraschend und gut gemacht, rettet den alles in allem mäßig unterhaltsamen Film aber kaum noch.

Tarantinos Umsetzung ist einmal mehr sehr skurril und eigensinnig. Die Filmmusik ist gut und besteht ausschließlich aus Hits der 70er-Jahre. Man denke nur an die beinahe legendäre Szene, in der Michael Madsen passend zu der 70er-Jahre Musik einen Polizisten foltert. Natürlich ist der Film, wie jeder andere Tarantino-Streifen überaus bleihaltig und brutal, wobei sich die Brutalität verglichen mit "Kill Bill" oder "From dusk till dawn" noch in Grenzen hält. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit über gespannt, da die Gangster die ganze Zeit drauf und dran sind, sich gegenseitig über den Haufen zu schießen. Tarantino hätte besser auf die Rückblenden, die der Charakterzeichnung kaum hilfreich sind und auf seine hirnlosen Dialoge verzichtet. Bereits diesem, seinem ersten Film drückt Tarantino seinen unverkennbaren Stil auf.

Hervey Keitel, der auch als Produzent des Films fungierte, leistet gute Arbeit. Nach seiner langen Zusammenarbeit mit Martin Scorsese kann er die Rolle des Gangsters mittlerweile überaus routiniert und überzeugend spielen. Er arbeitete unter anderem in "Pulp fiction", "From dusk till dawn" und "Little Nicky" erneut mit Tarantino zusammen. Auch Steve Buscemi und Tim Roth, die ebenfalls zum Stammarsenal von Tarantino gehören, leisten überzeugende Arbeit. Am besten ist jedoch Michael Madsen in seiner Paraderolle als skurriler und psychopathischer Mr. Blonde. Auch die übrigen Nebendarsteller sind solide und Tarantino lässt es sich einmal mehr nicht nehmen, selbst eine Nebenrolle zu spielen.

Der Film mag vielleicht besser sein, als es meine Bewertung von 5 Punkten honoriert. Aber ich persönlich habe mich bei diesem Streifen über weite Strecken gelangweilt. Tarantino startet einen Versuch, einen durchschnittlichen Gangster-Thriller und ein fast klassisches Drama mit neuen Mitteln zu inszenieren. Mir gefällt überhaupt nicht, dass er sich dabei durch dämliche Dialoge und überflüssige Nebenhandlungen und Rückblenden von der eigentlichen Handlung entfernt und sich vor allem zum Ende hin bei seiner Umsetzung hoffnungslos verirrt.

Fazit:
Ich mag Tarantinos Werke nicht und dies ändert sich auch mit "Reservoir Dogs" nicht grundlegend. Aufgrund überflüssiger Dialoge und Rückblenden habe ich mich sehr gelangweilt und sehe überhaupt nicht ein, warum ich dem Film mehr als 5 Punkte geben sollte, nur weil er zum Kultfilm avancierte. Immerhin leistet der Cast gute Arbeit.

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