Barcelonas bankrottes B-Movie-Betonbeben
"Dark Tower" wurde '87 gedreht und lag trotz Videothekenboom bis '89 in den meisten Ländern der Welt auf Halde - und wurde eigentlich bis heute nicht wirklich wiederentdeckt. Aber hätte er das überhaupt verdient? Über mysteriöse und okkulte Vorfälle, Unfälle und Tode in und an einem gläsernen Hochhauskomplex in Barcelona...
Katalanische Kakophonie
Hochhäuser erlebten in den 80ern/90ern einen kleinen Boom im Horrorgenre, der zweite "Demoni" spielte in einem oder auch der dritte "Poltergeist". Und bei so Sachen wie "De Lift", "Critters 3" oder Cronenbergs "Shivers" will ich gar nicht erst anfangen die Stockwerke zu zählen. Doch "Dark Tower" ist vielleicht der Purste, Altmodischste dieser "Skyscraperspookies". Bei Regisseur Freddie Francis merkt man deutlich, dass er aus Großbritannien und einer anderen Ära kommt. Das ganze Projekt ist genauso von Beton wie von Biederkeit geprägt. Blutleer und altbacken, grau und öde. Etwas besser als sein Ruf insgesamt doch, aber das ist auch nicht sonderlich schwer. Manchmal erinnert das an eine aufgeblasene "Twilight Zone"-Episode, manchmal an einen lethargischen "Final Destination"-Vorläufer. Richtig überzeugen oder fesseln konnte mich der Spuk aber in keiner Phase wirklich. Ein paar atmosphärische Shots aus dem Gebäude gibt es, spanisches Feuer oder Schleimigkeit vom europäischen Festland dieser Zeit bleiben aber komplett fern und werden schmerzlich vermisst. Ein ziemlicher Gähner also. Eine graue Tapete der gründlichen Tristesse. Tut nicht weh, sticht aber null heraus und macht auch keine Anstalten das zu tun. Sehr ambitionslos.
Fazit: Wolkenkratzerwimmelbildwillkührlichkeit.