Die italienischen Sandalenfilme erfreuten sich vor allem in den 50ern großer Beliebtheit. Mit einem vergleichsweise geringem Budget produziert, bieten sie gegenüber Hollywoodvorbildern wie „Ben Hur“ oder „Quo Vadis“ einen sehr speziellen Charme und nicht selten Anlass für unfreiwilligen Humor. Typisches Beispiel ist „Maciste – Held von Sparta“.
Dieser Maciste ist ein kleiner Volksheld, er gilt als bärenstarker, unbesiegbarer Gladiator, der sogar mit dem amtierenden Caesar feiern darf. Das ändert sich aber, als er die Christin Sylvia kennen lernt: Leben retten, sich ratz-fatz ineinander verlieben und auch sogleich zum christlichen Glauben übertreten. Maciste hat ab sofort das gesamte römische Imperium gegen sich und versucht die befreundeten Christen in Sicherheit zu bringen…
Maciste, gespielt von Mark Forest, könnte mit seinem strahlend weißen Lächeln auch „Zahnpastus“ genannt werden. Muskelbepackt, immer schön eingeölt, wulackt er sich durch sämtliche Gegner. Ob ein grunzender Statist im Gorillakostüm oder ein Dutzend römischer Feldherren, da reicht die Kraft auch noch aus, um ein Gefängnisgitter aus der Wand zu reißen. Darstellerisch ist das allenfalls unterdurchschnittliche Provinztheaterei. Gleiches gilt für die übrigen, kostümierten Eumel.
Nun sind die Kämpfe gar nicht mal so schlecht in Szene gesetzt, da fließt zwar nie Blut und einige Leute sterben bereits, weil sie gegen eine Wand geschubst werden, aber der Zuschauer hat seinen Spaß. Dieser wird noch verstärkt, wenn bei einer finalen Verfolgungsjagd zu Pferde im Wald Metallzäune und Spuren von Autoreifen zu sehen sind. Der Wald selbst wirkt nicht wie eine typisch römische Landschaft, sondern wie ein abgelegener Teil des Teutoburger Waldes, mal davon abgesehen, dass sich die Größe auf einen immer wiederkehrenden Weg beschränkt.
Zuweilen etwas dialoglastig, bietet dieser Sandalenfilm aber solide Unterhaltung mit einem strahlenden Helden, bösen Römern und einen dummen und grausamen Caesar. Dazu ein paar Intrigen und eine emotionslose Lovestory.
Einmal im Jahr kann ich mir so was geben, dann reicht´s auch erstmal mit dem antiken Firlefanztheater.
5 von 10 Punkten