Review

Wenige Filme machen wirklich Spaß, aber wenn man von den riesigen Produktionen Anno 1950er und von Verfilmungen Jules Vernes spricht, fällt der erste "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" auf wie ein bunter Hund. Die Verfilmung mit James Mason ist ein großartiger Beweis dafür, dass Filme lange vor dem allgemein aufkommenden Hype der Popcorn-Filme groß, bunt und laut sein konnten.

Wer hier einen bierernsten Schinken erwartet, der sich selbst immer zu ernst nimmt, liegt völlig falsch. "Die Reise..." bietet neben surrealen Bildern vor allem viele Lacher. Das schöne ist hierbei, dass sich das ganze nicht auf kreuzdoofen Klo-Humor reduziert, sondern immer einen gewissen anspruchsvollen Humor besitzt. Ab und zu keimen zwar mittlerweile unfreiwillig kindliche Sprüche und Witze auf (Worüber Oma und Opa selbstredend heute noch laut lachen würden), aber der Film schafft es, dabei nie lächerlich zu erscheinen.

Augenschmauß wird einem so etwa ab der Hälfte geboten, und was hier aufgefahren wird, ist schon erstaunlich und selbst heute noch großartig. Natürlich muss man auch bedenken, wann der Film gedreht wurde, weswegen er gegen Ende doch etwas belustigend rüberkommt, wenn einem ganz normale Echsen als riesige Dinosaurier präsentiert werden - aber selbst dann macht der Film noch auf der ernsten Seite Spaß. Vieles ist überholt, aber irgendwie nicht eingestaubt, wie man es von einer Vielzahl der Godzilla-Filme sagen könnte.

Bei allen positiven Aspekten tun aber ein paar logische Fehler tatsächlich etwas weh. Das sich im Mittelpunkt der Erde ein Meer befinden soll, ist schon weit hergeholt, aber das sich unsere Helden dann auf einem Floß in einen waschechten Sturm verirren, ist doch etwas zuviel. Der Höhepunkt wird zweifelsohne erreicht, wenn bei diesem Showdown Blitz und Donner dem Geschehen eine spannende Note verleihen wollen - mal ehrlich, wie sollen solche Unwetter ohne Himmel entstehen? Und wie kann der Erdkern überhaupt so hohl und mit einem Ozean (!!) gefüllt sein? Dufte dann auch die Szene, in der Mason und Co. wieder auf einer sicheren Plattform von kochender Lava (oder eher Tomatensuppe) in die Freiheit zurück geschossen werden. Ist doch freundlich von dem Mittelpunkt der Erde, so zuvorkommenden zu Besuchern zu sein!

Aber wie gesagt, bei so einem Spektakel pfeift man auf die Logik (Auch wenn der Wolkenbruch ohne Wolken wirklich harter Schinken ist). Die Charaktere sind schön gezeichnet ohne große Mängel und der klassische Bösewicht, der seine Strafe bekommt, findet sich auch. Unnötig finde ich maximal die Tatsache, dass eine süße, liebgewonnene Ente, die einem den ganzen Film über begleitet hat, einfach vom Schurken gerupft und gefressen wird. Musste das wirklich sein, das gibt dem ganzen fantastischen Werk nämlich einen faden Beigeschmack.

Fazit

Unglaublich unterhaltsam und mit durchweg guten Darstellern überzeugt diese Verfilmung von Jules Verne fast auf ganzer Linie. Einige unlogische Sachen finden sich zwar (Verdammt, Donner und Blitz unter der Erde...!), das Ende wirkt etwas konstruiert und eilig und manche Sachen naiv, aber größtenteils ist man hiermit bestens unterhalten.

8/10

Details
Ähnliche Filme